Unternehmen: Bewerber mit Migrationshintergrund erwünscht

Unternehmen: Bewerber mit Migrationshintergrund erwünscht

Menschen mit Migrationshintergrund tragen in Deutschland gezielt zur Fachkräftesicherung bei. So beschäftigt aktuell jedes zweite Unternehmen Menschen dieser Zielgruppe. Besonders in Branchen mit Fachkräfteengpässen werden häufiger Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigt. Neben der Fachkräftesicherung spielen aber auch die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung und die Stärkung der eigenen Arbeitgebermarke als Motiv für die Beschäftigung eine zentrale Rolle. 59 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Bewerber mit Migrationshintergrund. Dies belegt eine neue repräsentative Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Im Jahr 2019 lebten über 21 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Das heißt: jede vierte Person ist selbst nicht in Deutschland geboren oder hat mindestens einen im Ausland geborenen Elternteil. Mittlerweile werden Menschen mit Migrationshintergrund auch in jedem zweiten Unternehmen in Deutschland beschäftigt, wie die repräsentative Studie KOFA-Studie “Kulturelle Vielfalt in Unternehmen – Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren” belegt. Zunehmende Fachkräfteengpässe wirken sich demnach auf das Rekrutierungsverhalten von Unternehmen aus. So zeigen mehr als 60 Prozent der Unternehmen mit Personalbeschaffungsproblemen eine erhöhte Bereitschaft, Menschen mit Migrationshintergrund zu beschäftigen. Auch die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung wurde von mehr als 54 Prozent der Befragten als Motiv für die Einstellung dieser Zielgruppe genannt. Für die Hälfte dieser Unternehmen hat die Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund darüber hinaus einen positiven Effekt auf die eigene Arbeitgeberattraktivität. “Die Umfrage hat gezeigt, dass viele Unternehmen durch die Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund ein positives Bild von sich und ihrer Unternehmenskultur zeichnen möchten,” so Christoph Heuer, Mitautor der Studie und Experte für Fachkräftesicherung am KOFA. Auch die Förderung der kulturellen Vielfalt in den Unternehmen kommt voran: So etablierten bereits zwei von fünf Unternehmen (41,2 Prozent) eine durch kulturelle Vielfalt geprägte Unternehmenskultur. Zudem fördert mehr als jedes dritte Unternehmen kulturelle Vielfalt über die Bildung kulturell gemischter Arbeitsteams.

Als größtes Hemmnis bei der Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund sehen knapp 59 Prozent der Unternehmen die mangelnde Anzahl an Bewerbungen. Auch aufenthaltsrechtliche Restriktionen und die Unsicherheit im Hinblick auf eine erfolgreiche Integration der potenziellen Mitarbeitenden, zählen zu den Beschäftigungsschranken. “Die Zahlen der Studie belegen, dass Menschen mit Migrationshintergrund bereits heute markant zur Fachkräftesicherung beitragen. Mehr als jedes zweite Unternehmen in Deutschland beschäftigt aktuell Menschen mit Migrationshintergrund und hofft auch zukünftig auf mehr Bewerbungen. Wir werden für einstellende Unternehmen auch weiterhin, über unsere Fachkräfteinitiativen, zahlreiche Unterstützungs- und Beratungsangebote zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zur Verfügung stellen,” sagt Thomas Bareiß MdB, Parlamentarischer Staatssekretär am Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Unterstützung können sich Unternehmen auch vom Nationalen Aktionsplan Integration (NAP-I) erhoffen. So werden im Rahmen der Initiative alle Maßnahmen gebündelt, die zu einer besseren Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland beitragen.

Über das KOFA: Das Projekt KOFA (Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung) am Institut der deutschen Wirtschaft startete im Mai 2011 und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Der Fokus des Projektes liegt in der Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei der Fachkräftesicherung und der Gestaltung ihrer Personalarbeit. Das KOFA bietet auf seiner Homepage www.kofa.de konkrete Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele.

Nationaler Aktionsplan Integration (NAP-I): Der nationale Aktionsplan Integration bündelt Maßnahmen für eine bessere Integration von in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten. Er wurde im Jahre 2006 auf dem ersten Integrationsgipfel von den Teilnehmenden Akteuren wie der Bundesregierung, den Bundesländern, den kommunalen Spitzenverbänden, zivilgesellschaftlichen Organisatoren, Medien, Wissenschaftlern und Migrantenorganisationen beschlossen. Die Maßnahmen sind unterteilt in die Phase vor der Zuwanderung, die Erstintegration, die Eingliederung, das Zusammenwachsen und den Zusammenhalt (www.nationaler-aktionsplan-integration.de/napi-de)

Quelle: Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), Archivbild/Pexel

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