PETA Deutschland begeht in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass fordert Deutschlands größte Tierschutzorganisation, die sich für die Rechte aller Tiere einsetzt, nichts Geringeres als die Änderung der Verfassung: Tiere sollen vor dem Gesetz als Personen anerkannt werden und Grundrechte erhalten, so der Appell an Bundestag und Bundesrat. Diese Grundrechte sollen insbesondere das Recht auf Leben, auf Freiheit, auf körperliche Unversehrtheit und auf freie Entfaltung der Persönlichkeit umfassen. Hierfür haben heute Vormittag 30 PETA-Mitarbeitende und Unterstützende  vor dem Neuen Schloss in Stuttgart demonstriert – mit Tiermasken, in Businesskleidung und mit Aktenkoffern, auf denen große Paragraphenzeichen prangten. Mit Sprechchören und einer emotionalen Rede wurde der Forderung lautstark Ausdruck verliehen.

„In den vergangenen 30 Jahren hat sich einiges zum Positiven verändert. Doch noch immer herrscht in der Gesellschaft die Überzeugung vor, dass Tiere, nur weil sie Tiere sind, vom Menschen benutzt und sogar getötet werden dürfen“, so Harald Ullmann, Vorstand von PETA Deutschland. „Aber das anonyme Stück Fleisch stammt von einem Lebewesen, das sich nach Schutz und Fürsorge gesehnt, Angst und Schmerz gefühlt hat. Tiere brauchen eigene Rechte, damit ihre Ausbeutung endgültig beendet werden kann. PETA fordert darum, dass Tiere vor dem Gesetz als Personen anerkannt werden und bestimmte Grundrechte erhalten.“

 

Warum brauchen Tiere Personenstatus und Grundrechte?
Aktuell haben Tiere in Deutschland keine eigenen Rechte. Auch das Tierschutzgesetz stellt nicht in Frage, dass Tiere vom Menschen für dessen Interessen ausgenutzt und sogar getötet werden dürfen. Es werden lediglich willkürliche Mindestanforderungen geregelt, um das Leid der Tiere etwas zu reduzieren. Die Anerkennung von Tieren als Personen im Rechtssinne ist deshalb wichtig, weil das Gesetz nur Personen mit Rechten, insbesondere Grundrechten ausstattet. Nach momentanem Stand werden nur Menschen als Personen, also als Träger schutzwürdiger Interessen, eingeordnet. Da Tiere ebenso wie Menschen fühlen und leiden und entsprechende Bedürfnisse haben, fordert PETA, dass ihre Interessen als ebenso schutzwürdig anerkannt werden wie die von Menschen.
Ein Schreiben mit dem Appell, die Forderung nach Personenstatus und Grundrechten für Tiere mitzutragen, hat PETA an Entscheidungstragende der Politik geschickt. Kontaktiert wurden die mit Tierschutz und Recht befassten Abgeordneten des Bundestags sowie die Regierungsspitzen der Bundesländer als Mitglieder des Bundesrates. Die Organisation bittet die Adressaten des Briefes auch darum, das Anliegen im Rahmen des Vorschlagsrechts selbst als Gesetzesinitiative einzubringen.

Welche Rechte brauchen Tiere?
Allen Arten gemeinsam ist das Bedürfnis nach Leben, körperlicher Unversehrtheit, Freiheit. Dies muss rechtlich gesichert werden. Wichtig ist auch, dass Tiere nicht bloß als Angehörige einer Art, sondern als Individuen anerkannt werden. Sie sind Persönlichkeiten mit individuellen Eigenarten und Bedürfnissen. Daher muss auch die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit grundrechtlich geschützt werden – so lässt sich zum Beispiel das eine Tier gerne anfassen, das andere möchte dies nicht.

30 Jahre PETA Deutschland
PETA Deutschland wurde 1994 in Hamburg gegründet. Sie ist mit allein in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Unterstützenden die landesweit größte Tierschutzorganisation, die sich für die Rechte aller Tiere einsetzt. Der Hauptsitz ist – mit Ausnahme einiger Jahre, als er im angrenzenden Gerlingen lag – seit 1996 in Stuttgart. Eine Niederlassung befindet sich in Berlin. Aktuell arbeiten 136 Mitarbeitende dafür, jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen. Darüber hinaus hat PETA ein bundesweites Aktivennetzwerk von mehr als 30.000 Personen, die die Organisation unter dem Motto „Gemeinsam für Tierrechte“ freiwillig bei Aktionen unterstützen. PETA Deutschland e.V. ist eine eingetragene, gemeinnützige Organisation, die keine staatliche Unterstützung erhält, sondern überwiegend von Spenden getragen wird.

 

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: PETA, Fotocredit/Demo: PETA, Fotocredit: Teaserfoto/Hundemodel Heidi/ KNJ/Marcel Uckermann

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