Ausgerechnet den Werten und Einstellungen, die sich im Rahmen globaler Megatrends besonders dynamisch entwickeln werden, stehen die Deutschen überaus skeptisch entgegen. Das ist das Fazit der aktuellen Zukunftsstudie “Values & Visions 2030” der Gesellschaft für Innovative Marktforschung (GIM).

Die Landkarte zeigt, welche Entwicklungen die Deutschen bei gesellschaftlichen Werten erwarten und wie sie diese Entwicklungen bewerten. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/43317 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung GmbH"

Laut Studie wird die Bestimmung des täglichen Lebens durch Algorithmen besonders stark zunehmen – Fitness-Tracker, Einkaufsassistenten oder selbstfahrende Autos sind aktuelle Beispiele. Statt Hoffnungen weckt jedoch gerade dieser Trend vor allem Befürchtungen. Die wachsende Akzeptanz digitaler Assistenten beispielsweise, die sich einstellen wird, bewerten die Befragten vorwiegend negativ. Die Sorgen reichen vom Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten bis zur Bedrohung des autonomen Handelns generell, wenn Computer dem Menschen immer mehr Entscheidungen abnehmen. „Ausgerechnet die Entwicklungen mit der größten Dynamik rufen die größte Skepsis hervor.“, sagt Dr. Hannes Fernow, Senior Research Manager bei der GIM. „Dieser Befund ist für Politik und Wirtschaft in gewisser Weise alarmierend.“

 

„Wenn zum Beispiel der Staat perspektivisch nicht deutlich machen kann, dass er persönliche Daten kompromisslos schützt, wird weiteres Vertrauen verlorengehen. Und neue Technologien wie selbstfahrende Autos lassen sich nur erfolgreich auf den Markt bringen, wenn man die Skepsis der Verbraucher aufnimmt und größtmögliche Transparenz schafft.“

 

Hoffnungsfeld Verantwortung

Die Ausnahme in der eher skeptischen Trendbetrachtung bildet der Wert „Verantwortung“. Die befragten Gruppen sind sich einig, dass Aspekte wie gesellschaftliche Partizipation und verantwortungsvoller Genuss in den kommenden Jahren wichtiger werden, und beurteilen diese Entwicklung ausgesprochen positiv.

 

Unterschiedliche Bewertung durch Experten und breite Bevölkerung

Das Forscherteam der GIM hat in einer neuartigen systematischen Kombination aus Experteninterviews und Konsumentenbefragung ermittelt, wie sich globale Megatrends in den kommenden zehn bis 15 Jahren auf die Werteorientierungen der Deutschen auswirken. Auffällig ist, wie unterschiedlich das Expertenpanel und die befragten Bürger einzelne Aspekte der Algorithmisierung bewerten. So finden beispielsweise die Experten ein steigendes Vertrauen in Künstliche Intelligenz deutlich wünschenswerter als die Allgemeinheit. „Man kann dies durchaus im Lichte der breit diskutierten Entfremdung zwischen ‚Eliten‘ und ‚Normalbürgern‘ betrachten: Auf der einen Seite der Wunsch, das mögliche Neue auch zu machen, und auf der anderen Seite ein eher skeptisches Beharren. Ersteres wird gesellschaftlich nachhaltig nicht funktionieren, wenn man die Vorbehalte nicht adressiert.“, sagt Hannes Fernow.

 

Text- und Bildquelle/Bildrechte/Fotograf: GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung GmbH/GIM, Bildquelle/Teaser: KNJ/Archiv