Neuer Fall und neue Kollegin: An der Seite des deutschen Kommissars Micha Oberländer (Matthias Koeberlin) ermittelt ab sofort die österreichische Abteilungsinspektorin Luisa Hoffmann (Alina Fritsch) für die grenzübergreifende Zusammenarbeit am Bodensee. Der 16. Fall der erfolgreichen ZDF/ORF-Krimireihe gibt dem neuen Duo und ihrem Vorgesetztem Thomas Komlatschek (Hary Prinz) ein Rätsel auf, als ein Obdachloser tot im Wald nahe dem Seeufer aufgefunden wird.

  • Montag, 6. Februar 2023, 20.15 Uhr
  • Ab Montag, 30. Januar 2023, 10.00 Uhr

Alina Fritsch übernimmt nun dauerhaft die Hauptrolle der österreichischen Ermittlerin Luisa Hoffmann an der Seite von Matthias Koeberlin in der ZDF/ORF Serie „Die Toten vom Bodensee“. Nora Waldstätten, die 15 Folgen lang die österreichische Kommissarin Hannah Zeiler spielte, verlässt die Krimireihe nach neun erfolgreichen Jahren, um sich neuen Herausforderungen zuzuwenden.

Weil Hanna Zeiler aus ihrem Motorradurlaub noch nicht zurückgekehrt ist, muss sich Micha Oberländer mit der österreichischen Abteilungsinspektorin Luisa Hoffmann auseinandersetzen.

Gleichzeitig muss er in das intime Geflecht einer nur scheinbar konventionellen Familie vordringen. Der leblose Körper eines Mannes wird im Wald nahe des Bodensees gefunden und gibt dem Duo ein düsteres Rätsel auf.

In der notdürftigen Unterkunft des Toten werden Fotos der Familie von Professor Lambeck, Leiter der Psychiatrischen Klinik am Bodensee, gefunden, auf denen jedem Familienmitglied die Augen ausgestochen wurden. Als das gehörlose Mädchen Trischa, das die Ermittler im Wald beobachtet zu haben scheint, nicht mehr auffindbar ist, wird der Kreis der Verdächtigen weiter ausgedehnt. Weder Lambeck selbst noch seine Frau, deren Tochter oder ihr Freund, wollen den Toten gekannt haben. Aber warum hat das Mordopfer die Familie fotografiert? Wofür wollte sich der Tote an der Familie rächen? Und geht von Trischa eine Bedrohung für die Familie Lambeck aus, oder war sie nur Zeugin und könnte das nächste Opfer sein?

Interview mit Matthias Koeberlin

Das erste Zusammentreffen zwischen Kommissar Micha Oberländer und Abteilungsinspektorin Luisa Hoffmann verläuft eher unglücklich und vereitelt eine Zeugenbefragung. Was ist Oberländers erster Eindruck von der neuen Kollegin?

Der erste Eindruck ist leider alles andere als optimal und hinterlässt Oberländer sehr skeptisch gegenüber der neuen Kollegin. Die Tatsache, dass es überhaupt eine neue Kollegin gibt, tut ihr Übriges.

Ist Oberländer ein Typ, der mit Veränderungen gut umgehen kann?

Die Freundschaft zwischen Zeiler und ihm, ist Oberländer sehr wichtig. Das Vertrauen, alles, was die beiden zusammen erlebt haben, ist für ihn sehr wichtig und kostbar. Diese Art der Veränderung ist für ihn nur schwer zu akzeptieren.

Was nervt Oberländer am meisten an Luisa Hoffmann?

Ihr sehr dominantes Auftreten und ihre fordernde Art stellen für Oberländer ein Problem dar. Luisa Hoffmann ist neu, gleichzeitig forsch und selbstbewusst – eine Kombination, die für Oberländer schwer zu akzeptieren ist.

Und was beeindruckt Oberländer am meisten an ihr?

Alle Attribute, die ihn zu Beginn nerven, sind auf dem zweiten Blick auch Züge, die ihn beeindrucken. Er hat wenig Zeit um sich auf „die Neue“ einzustellen, respektiert aber mehr und mehr ihre Art der Arbeitsweise und lernt ihre Herangehensweise zu schätzen.

Wenn Sie die Zeit Revue passieren lassen – worin sehen Sie die größte Entwicklung Ihrer eigenen Figur?

Oberländer hat beruflich wie auch privat in den letzten Jahren einiges erlebt. Gerade private Tiefschläge, Schmerz und Verlust haben ihn verändert. Er ist ernsthafter, härter und verantwortungsvoller, sprich „erwachsen“, geworden. Eine Entwicklung, die ich sehr an meiner Figur mag.

Oberländers Markenzeichen ist die grüne Jacke, die bereits ein Flicken ziert. Was hat es mit der Jacke auf sich?

Die Jacke ist Oberländers Rüstung, eine Uniform und sein Rüstzeug gegen alle Dinge, mit denen er beruflich konfrontiert wird. Ich verstehe die Jacke nicht nur als Erkennungsmerkmal, sondern auch als (s)einen Panzer gegen alle Tiefschläge, Enttäuschungen und Ungerechtigkeiten, auf die er trifft.

Haben Sie privat auch ein Lieblingskleidungsstück, das Sie niemals in die Altkleidersammlung geben würden?

Auch für mich haben Jacken im Privaten eine große Bedeutung. Allerdings sind es bei mir Mäntel. Es muss viel passieren, bevor ich ohne Mantel das Haus verlasse.

 

Interview mit Alina Fristsch

Sie sind die neue Kollegin im Ermittler-Duo. Welche sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Charaktereigenschaften Ihrer Figur?

Souveränität, Disziplin, Kompromisslosigkeit, Unbestechlichkeit, Verantwortung, Wärme, Humor, Sensibilität.

Die größten Stärken und Schwächen …

… ihre Stärken und Schwächen sind miteinander verwoben. Eine gewisse Vorsicht beziehungsweise Abgrenzung ist zum Beispiel eine kluge und verantwortungsvolle Haltung in ihrer Lebensrealität, jedoch kann dies auch hinderlich sein. Genauso wie Disziplin für ihren Job einerseits erforderlich ist, andererseits auch Opfer fordern kann. Sie ist jedenfalls keine Frau, die man leicht in Stärken und Schwächen einteilen kann, sie ist komplex und geheimnisvoll.

Was ist Hoffmanns erster Eindruck von Oberländer?

Man kann Hoffmann nicht lesen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer werden aufgefordert, selbst zu assoziieren und am Ball zu bleiben.

Luisa Hoffmann verfügt über einige beeindruckende Fähigkeiten – wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet, und was war dabei die größte Herausforderung für Sie?

Für die Rolle habe ich das Schießen mit meiner Waffe (sowie einige Stunts) gelernt und sogar eine neue Sprache. Vor allem die neue Sprache ist für mich eine besondere, schöne Herausforderung – ich habe mich richtig in sie verliebt und freue mich, mein Wissen und Können darin immer weiter zu vertiefen.

In einer Szene sagt Hoffmann zu Oberländer „Ich rede mit Kollegen nicht über Persönliches, das verwässert nur die Objektivität“. Sind Sie privat auch ein verschwiegener Mensch oder eher ein „offenes Buch“?

Ich kann beides sein. Es kommt auf mein Gegenüber an. Und auf meinen Wunsch, das Gegenüber teilhaben zu lassen oder eben auch nicht.

Auf viele Menschen hat der Bodensee eine mystische Wirkung. Wie haben Sie diesen außergewöhnlichen Drehort empfunden?

Der Bodensee und die Natur in und um ihn sind wunderschön. Ich bin eine große Meeres- und Bergliebhaberin – somit ist man am Bodensee doppelt beglückt, denn oft glaube ich dort tatsächlich auch am Meer zu sein.

Sie haben die American International School Vienna besucht und mit dem International Baccalaureate Diploma abgeschlossen – also eine amerikanische Schulausbildung genossen. Was ist für Sie der Vorteil daran, sowohl die amerikanische als auch die österreichische Denkweise so gut zu kennen?

Ich bin ein klassisches „Third Culture Kid“ – ich bin in Amerika aufgewachsen, war aber trotzdem gleichzeitig in Wien. Hier fühle ich mich als Amerikanerin, aber in Amerika fühle ich mich als Europäerin. Ich kenne es nicht anders, spüre aber, dass man, je mehr Denkweisen man zu verstehen beginnt, desto offener oder vielschichtiger dem Leben begegnen kann. Dass ich zwei Muttersprachen habe – Englisch und Deutsch – ist für mich beruflich von Vorteil und bereichert auch mein Selbstverständnis. Jede Sprache fördert andere Facetten von mir.

Später studierten Sie an der University of Warwick englische Literatur und Schriftstellerei und nahmen Schauspielunterricht. Haben Sie der Schriftstellerei für das Schauspiel den Rücken gekehrt oder schreiben Sie auch noch?

Ich schreibe und lese immer. Für ein größeres Projekt, wie zum Beispiel einen eigenen Roman, ist es, bei gleichzeitigen straffen Drehplänen oder intensiven Theaterproben, jedoch schwieriger die richtige Schreib-Routine zu finden, da wenig Zeit für anderes bleibt. Aber das ist eine Herausforderung, die ich mit der Zeit meistern muss, denn das Schreiben ist ein nie enden wollendes Rufen in mir. Auch zur Schauspielerei bin ich durch die Literatur gekommen – durch die Erfahrung, dass ich über Figuren und Geschichten mir selbst begegnen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

text – und Bildquelle: ZDF, Fotocredit: ZDF/ Patrick Pfeiffer Konstanz