Juliette Binoche zählt zu den größten, internationalen Kinostars und wurde schon mit sämtlichen Filmpreisen, u.a. dem Oscar und dem Golden Globe Award, ausgezeichnet. Nun spricht die 52-Jährige über Beziehungen und ihre Schauspielrollen. Die Französin hat einen Sohn (22) und eine Tochter (16), verheiratet war sie bislang jedoch nie. „Ich bin jemand, der stets neue Dinge entdecken will. Deshalb brauche ich meine Freiheit. In einer Ehe hätte ich mich eingeengt gefühlt – das wäre der Stillstand für mich gewesen. Aber inzwischen habe ich mehr Lebenserfahrung, ich weiß, was ich von einem Partner erwarten kann und was nicht. Das hilft mir jetzt, tiefere Beziehungen einzugehen, was nicht bedeutet, dass ich jetzt unbedingt auch heiraten möchte.“

 

Für eine tiefe Beziehung gehört für sie hauptsächlich Ehrlichkeit. „Du musst akzeptieren, dass dein Partner ein eigenständiges Individuum ist. Und genau die Unterschiede zwischen zwei Menschen sind das Spannende, wobei beide schon ähnliche Grundwerte haben sollten. Das ist die perfekte Balance zwischen zwei Partnern. Die suche ich.“

 

Jetzt dreht Juliette Binoche einen Science-Fiction-Film. „Dieser neue Film ‚Ghost in the Shell‘ ist kein gewöhnlicher Science-Fiction-Stoff. Er thematisiert vor allem die Folgen von totaler Computerüberwachung und Manipulation. Es geht also auch um Liebe, Angst, Hass.“ Diese Emotionen durchlebt sie gern in ihren Rollen. „Und nur wenn ich das tue, finde ich mein inneres Gleichgewicht. Denn hier kann ich mich mit meinen Ängsten konfrontieren, und das stärkt meine Seele, und ich kann meine eigenen Konflikte kreativ verarbeiten.“ Ob ihr der Übergang ins wirkliche Leben schwer fällt, wenn sie sich so stark mit ihren Rollen identifiziert? „Ich bin in der Regel leicht zu genießen, selbst bei schwierigen, aufzehrenden Projekten. Allerdings hatte ich schon Fälle, wo nach einem Dreh meine Nerven blank lagen. Und dann kann es passieren, dass ich hemmungslos heule, selbst wenn ich im Innersten weiß, dass ich das in dem Moment nicht selbst bin.“

 

 

 

Quelle: Meins, Bildquelle: Image.net