Seit nunmehr fast zwei Jahren beherrscht die Pandemie das Leben in Deutschland. Besonders getroffen wurden alle Arten von Großveranstaltungen zu denen naturgemäß auch die Messen zählen. Auch die Messestadt Köln kämpft mit den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen und musste in den vergangenen zwei Jahren eine ganze Reihe von mehr oder weniger kurzfristigen Absagen verkraften. Eine der bekanntesten Veranstaltungen, wenn nicht sogar die Bekannteste Veranstaltung, auf dem Kölner Messegelände ist die „Gamescom“. Gemessen an den Besucherzahlen gilt die „Gamescom“ als weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele. So konnte die Messe im Jahr 2019 knapp 373.000 Besucher auf ihrem Gelände verbuchen, von denen rund 320.000 aus ganz Deutschland nach Köln kamen. Nach den aktuellen Planungen der Veranstalter soll die „Gamescom“ dieses Jahr vom 24. bis 28. August 2022 endlich wieder live vor Ort stattfinden.

Nach dem Ausbruch der Pandemie entscheiden sich die Veranstalter 2020 gegen eine Verschiebung und für eine Umwandlung in eine rein digitale Veranstaltung. Für 2021 war dann ursprünglich eine Mischung aus Vor-Ort-Events und diversen Live Streams geplant, letztendlich fand die Messe dann pandemiebedingt aber auch 2021 wieder ausschließlich online statt. Begünstigt durch die Zielgruppe, denen das Thema Streaming nicht fremd ist, konnte die online Version der „Gamescom“ in beiden Jahren durchaus als Erfolg verbucht werden. 2021 konnten mit 13 Millionen Live-Zuschauern über alle Streaming Angebote nochmal eine 30 prozentige Steigerung gegenüber 2020 beobachtet werden. Waren die Zahl der Partner nach der Umwandlung in eine rein digitale Veranstaltung noch gravierend eingebrochen, konnte man, durch den Erfolg bei den Zuschauerzahlen, 2021 das Vertrauen vieler große Unternehmen zurückgewinnen und mit 60 namhaften Unternehmen doppelt so viele Partner wie in 2020 präsentieren.

Damit die Pandemie dem Ganzen in 2022 keinen Strich durch die Rechnung macht und der Besucher mit einem guten Gefühl und vor allem sicher die Hallen der Messen besuchen kann, wurde ein ausgefeiltes Hygienekonzept entwickelt. Das „VISIT SAFE “ genannte Konzept wird dabei kontinuierlich an die sich ständig ändernde Pandemielage und die jeweiligen gültige Corona-Schutzverordnung angepasst. Es bleibt abzuwarten ob dieser Versuch, zurück in Richtung einer traditionellen Messeveranstaltung, gelingen wird und wie viele Besucher 2022 tatsächlich vor Ort begrüßt werden können. Allerdings war die „Gamescom“ schon immer ein ganzes Stück anders als andere Messen und auch vor der Pandemie konnte man die Messe eigentlich nicht als sonderlich traditionell bezeichnen. Neben den vielen Messe Schönheiten die fantasievoll verkleidet, mit Schwert, Pistole oder fleshlights am Gürtel die Besucher zu den Ständen locken sollen, sind viele der Besucher selber echte „Gamescom“ Highlights. Verkleidet als Figuren aus ihrem Lieblingsgames, stiehlt so manche verkleidete Besucherin den fleshlight girls die Show. Obwohl es also ohne Zweifel erheblich weniger Besucher als noch vor Beginn der Pandemie im Jahr 2019 sein werden, so wird es auf der „Gamescom“ 2022 trotzdem wie gewohnt bunt und leicht verrückt zugehen.

Bestärkt durch den Erfolg der Live Streams der letzte zwei Jahre ist es auf jeden Fall gewiss, dass uns auch in diesem und den kommenden Jahren eine mehr oder wenig stark ausgeprägte digitale Version der „Gamescom“ erhalten bleiben wird und davon haben am Ende alle etwas.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: News Factory, Fotocredit: Laura Heimann/unsplash.com