NS-Dokumentationszentrum soll zum “Haus für Erinnern und Demokratie“ werden

Erlebnismuseum und mehr Raum für Demokratieförderung

 

Das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln plant eine räumliche sowie thematische Erweiterung hin zu einem „Haus für Erinnern und Demokratie“. Damit soll ein wichtiger Beitrag zur Demokratieförderung geleistet und die pädagogische Arbeit sowie die Bildungsangebote verstärkt werden. Das schlägt jetzt Oberbürgermeisterin Henriette Reker dem Rat zur Entscheidung vor. Das Team des NS-Dokumentationszentrums hatte in den vergangenen Monaten in Abstimmung mit der Kulturdezernentin das Konzept zur Weiterentwicklung des Hauses erarbeitet.

 

„Aus der Erinnerung und historischer Kenntnis kann eine demokratische Wertehaltung entstehen, die wir alle nach Kräften fördern müssen. Hier ergibt sich jetzt die gute Gelegenheit, einen beeindruckenden und wirkungsvollen Beitrag zu leisten, für den ich mich sehr einsetze.“, so Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

 

Kern des modernen Konzepts bildet ein Erlebnismuseum, das einen eigenen, auf Erlebnis und Erfahrung, nicht primär auf Kognition ausgerichteten Zugang zum Themenfeld Demokratie ermöglicht. Es regt die Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Fragen des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft an. Das Erlebnismuseum nützt vor allem der Arbeit der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus.

 

Eine Antwort auf die stark gestiegenen Besucherzahlen und die hohe Zahl von über 2.200 geführten Gruppen bilden Räume für Nachbesprechungen von Gruppen, die als „Erzählcafés“ gestaltet werden. „Kindersprechstunden“ stellen ein Angebot für Kinder und Familien dar. Workshopräume und ein großer Veranstaltungsraum verstärken das Bildungsangebot. Bibliothek und Dokumentation erhalten weiteren Platz für ihre Sammlungen.

 

Um das Konzept eines Hauses für Erinnern und Demokratie im EL-DE-Haus zu verwirklichen, benötigt das NS-Dokumentationszentrum das dritte und vierte Obergeschoss im EL-DE-Haus, die derzeit noch zwei anderen städtischen Dienststellen genutzt werden. Damit stünde dem NS-Dokumentationszentrum dann das gesamte EL-DE-Haus zur Verfügung. Dies stellt einen logischen Endpunkt und einen Schlussstein einer langen Geschichte des EL-DE-Hauses nach dem Ende Gestapozeit dar. Gerade dieser Ort bietet sich idealerweise dafür an, eine Verzahnung des Erinnerns an die NS-Zeit sowie der Förderung unserer Demokratie zu ermöglichen.

 

Für die Herrichtung der neuen Räume werden einmalig 450.000 Euro benötigt und für die Mietzahlungen jährlich 240.000 Euro. Das „Haus für Erinnern und Demokratie“ wird 2019 fertig gestellt.

 

 

 

Quelle: Stadt Köln, Archivbild

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