Der Bundespräsident verleiht zweimal im Jahr die höchste Auszeichnung Deutschlands für soziales und gesellschaftliches Engagement persönlich. Am 7. März 2016, dem Vortag des Internationalen Frauentages, überreichte Joachim Gauck den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland im Schloss Bellevue an Shary Reeves und 23 weitere engagierte Frauen. In seiner Festrede machte Gauck auf einen Missstand in der Wahrnehmung weiblichen Engagements aufmerksam: „Die Arbeit von Frauen – auch im Ehrenamt – wird noch zu selten gewürdigt. Der Verdienstorden wird deutlich häufiger an Männer als an Frauen verliehen.“

 

Helfen statt wegschauen

Die TV-Moderatorin, Schauspielerin, Autorin, Musikerin und Sportlerin engagiert sich seit Jahrzehnten für große, aber auch kleine unbekannte Organisationen und Projekte. Ob Deutsche Krebshilfe, Kindernothilfe, DAHW (Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe) oder DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei), Kinderhospize oder Klimakampagnen – Reeves, die Moderatorin des WDR- Magazins „Wissen macht Ah“ hilft da, wo Menschen eine Stimme brauchen und andere oft wegschauen.

 

Sigmar Gabriel betont „Farbe bekennen“

Dass sie jetzt mit dem „Verdienstorden der Bundesrepublik“ geehrt wird, freut Reeves sehr: „Niemand engagiert sich um einen Orden zu bekommen. Wenn es dann aber passiert, fühlt es sich verdammt gut an.“, sagt die Kölnerin mit afrikanischen Wurzeln, die einst in der Frauenfußball-Bundesliga spielte. Ihr Dank gilt den vielen Menschen, die sie in unzähligen Projekten leidenschaftlich begleitet haben. Vizekanzler Sigmar Gabriel gehört zu den vielen Gratulanten und betont: „Ich habe selten jemand erlebt, der sich auf so vielfältige Weise in unsere Gesellschaft einbringt.“ Dabei bekenne Reeves Farbe und stehe auf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, sagt der Bundesminister für Wirtschaft und Energie: „Du trägst dazu bei, diese Gesellschaft zusammenzuhalten – und wir beide wissen, dass das selten so gebraucht wurde wie heute.“ Für Reeves ist der Verdienstorden eine Anerkennung, die sie schätzt und weiter antreibt. Auch wenn das keines Ordens bedarf.

 

Text- und Bildquelle: SK1 Jutta Reinke, Bildrechte: Sandra Steins