Schulschließungen: Stress bei Kindern

Schulschließungen: Stress bei Kindern

Wissenschaftler befragten Schulkinder zu ihrem Befinden während der Schulschließungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Ängste, Depressionen und Stress waren – besonders für Schüler höherer Jahrgangstufen – keine Seltenheit. Mit den Eltern über COVID-19 zu diskutieren, kann helfen. Schulschließungen während der Coronavirus-Pandemie haben große Einschnitte in das Leben vieler Schüler gemacht. Doch welche Folgen hat das? Wie wirkten sich die Schulschließungen auf die Psyche und die Lebenszufriedenheit von Schulkindern aus? Dies untersuchten Wissenschaftler aus China mit einer Online-Umfrage.

Wissenschaftler befragten Kinder zu Schulschließungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie

Für die Analyse standen den Wissenschaftler die ausgefüllten Online-Fragebögen von 4342 Schulkindern aus Shanghai (China) zur Verfügung. Die Kinder waren zwischen 6 und 17 Jahre alt (durchschnittlich 11,9 Jahre alt). 49 % waren Mädchen. Neben demografischen Informationen sammelten die Wissenschaftler Informationen zu psychischer Belastung (Depressionen, Ängste und Stress), zu Lebenszufriedenheit, zu Auswirkungen der häuslichen Quarantäne und zu Eltern-Kind-Diskussionen über COVID-19. Die Befragung fand zwischen dem 13. und dem 23. März 2020 statt.

 

Besonders Schüler in höheren Jahrgangsstufen litten unter Ängsten, Depressionen und Stress

Bei der Auswertung stellten die Wissenschaftler fest, dass viele Kinder unter Ängsten (24,9 %), Depressionen (19,7 %) und Stress (15,2 %) litten. Kinder ab der 10. Klasse waren besonders betroffen, während Kinder in den ersten 5 Klassen weniger unter psychischen Problemen litten. Auffällig war, dass die Kinder, die keine Vorteile in der häuslichen Quarantäne sahen, und Kinder, die nicht mit ihren Eltern über COVID-19 diskutierten, stärker unter Depressionen, Ängsten und Stress litten.

 

Schulschließungen hatten zum Teil auch positive Auswirkungen

Die Schüler waren generell zufrieden mit ihrem Leben. Bei 21,4 % der Befragten nahm die Lebenszufriedenheit während der Schulschließungen sogar zu. 59,4 % der Schüler berichteten, dass sich ihre Lebenszufriedenheit nicht änderte.

Über COVID-19 zu sprechen, kann helfen

Etwa die Hälfte der Kinder (52 %) sahen Vorteile bezüglich der häuslichen Quarantäne. Kinder, die in der häuslichen Quarantäne keine Vorteile sahen, hatten weniger Depressionen, Ängste und Stress, wenn sie mit ihren Eltern über COVID-19 diskutierten. Stress, Ängste und Depressionen waren während der Schulschließungen aufgrund von COVID-19 für Schulkinder keine Seltenheit. Schüler in höheren Jahrgangsstufen waren besonders betroffen. Diskussionen mit den Eltern über COVID-19 und Vorteile in der häuslichen Quarantäne zu sehen, könnte helfen, Ängste, Depressionen und Stress der Kinder zu reduzieren.

 

Autor:

Tang S, Xiang M, Cheung T, Xiang YT. Mental health and its correlates among children and adolescents during COVID-19 school closure: The importance of parent-child discussion. J Affect Disord. 2020 Oct 12;279:353-360. doi: 10.1016/j.jad.2020.10.016. Epub ahead of print. PMID: 33099049.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal.de. Archivbid/Pexel

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