Dieter, wir müssen reden: Am Samstag, 14. Januar 2023, 20.15 Uhr, geht mit „Deutschland sucht den Superstar“ Europas erfolgreichste Talentshow bei RTL in die 20. Staffel – Zeit für ein Gespräch mit Dieter Bohlen. Glaube, Geduld, Großmut: Zum Jubiläumsauftakt spricht das DSDS-Urgestein privat wie nie.

Auszüge aus dem Interview:

„Ich hatte Gänsehaut am ersten Tag“

Was bedeutet dir deine Rückkehr zu DSDS?
Dieter Bohlen: „Ich bin ehrlich, ich hatte Gänsehaut am ersten Tag. DSDS und Supertalent, das sind ja meine Kinder, für die ich 18 Jahre lang wirklich alles getan habe. Wenn man da auf einmal gesagt bekommt, das machen jetzt andere – das hat mir damals schon wehgetan. Und genauso wie es mir damals wehgetan hat aufzuhören, war es ein wahnsinnig schöner Tag, als ich erstmals wieder am Jurypult saß. Das hat mich wirklich sehr berührt.“

„Im Haushalt bin ich eine Niete“

Du bist wahnsinnig erfolgreich mit der Musik und hast ein Händchen für Finanzen. Was kannst du nicht oder worin bist du schlecht?
Dieter Bohlen: „Ich bin ein erbärmlicher Koch, im Haushalt bin ich eine Niete, ich kann nichts (lacht)! Wobei: Vor zwei Tagen habe ich den Schrank von Carina repariert – aber nur, weil ich mir in dem Moment beweisen wollte, dass ich das hinkriege. Normalerweise habe ich die Zeit dazu gar nicht und bin handwerklich auch einfach unbegabt.“

„Ich bin kreuzloyal“

Was ist deine beste Eigenschaft? Was würde deine Mutter, was würde Carina sagen?
Dieter Bohlen: „Meine Mama würde sagen, meine beste Eigenschaft ist, dass ich mich so fürsorglich um die Familie kümmere und so ein lieber Mensch bin. Carina schätzt an mir, dass ich clever bin und ein verlässlicher Partner. Ich bin kreuzloyal, mein ganzes Leben lang gewesen. Zu meinen positiven Charaktereigenschaften gehört, dass ich, was viele Leute vielleicht von mir meinen, nicht dahin gehe, wo das meiste Geld zu kriegen ist. (…)“

„Geduld habe ich nicht erfunden“

Was ist deine nervigste Eigenschaft?
Dieter Bohlen: „Geduld habe ich nicht erfunden (lacht). Ich bin zu emotional in manchen Sachen und möchte, dass Jeder Dinge genauso ernst nimmt wie ich selbst. Ich weiß heute aber, dass ich das von den Leuten nicht erwarten kann. (…)“

„Ich bete jeden Tag“

Bist du eigentlich gläubig? An was glaubst du?
Dieter Bohlen: „Ich bin evangelisch und bete jeden Tag. In die Kirche gehe ich selten, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, gerne. In den ganzen großen Hauptstädten dieser Welt war ich in der Kirche und habe gebetet. In Hittfeld, das ist das nächste Dorf von hier, steht auch eine ganz alte Kirche, da gehe ich gerne hin. Ich mag es auch, dass die Familie täglich zum Frühstück betet und ich könnte gar nicht einschlafen ohne Gebet. Das ist für mich eine gewisse Demut und Dankbarkeit. (…)“

„Sowas haut mich richtig aus dem Sulky“

Was ist das Schönste, das jemals jemand für dich getan hat?
Dieter Bohlen: „Ich bin immer wieder überrascht über kleine Sachen, die mich umhauen. Ein Beispiel: Letzte Woche stand mein Auto drei oder vier Stunden in einem Parkhaus, das ist in Hamburg relativ teuer. Ich bin dort relativ oft und bezahle immer mit meinem Handy am Automaten. Diesmal funktionierte es nicht. Ich hatte 19 Euro auf der Uhr und kein Bargeld dabei. Hinter mir stand ein Mann, der mir zusah und dann sagte, „ich zahl‘ das für dich, ich wollte dir sowieso schon immer mal einen Gefallen tun“. Wow! Der Typ kannte mich doch gar nicht, ich habe den noch nie in meinem Leben gesehen und er sah auch nicht so aus, als ob er Millionär ist. Wenn du so Nettigkeiten kriegst von Leuten, die eigentlich nichts haben und einem trotzdem in einer blöden Situation helfen … sowas haut mich richtig aus dem Sulky. Dann denkst du, es gibt wirklich noch geile Menschen.“

„Jeder Oma, die vor mir beim Bäcker steht, bezahle ich den Einkauf“

Hast du schon mal eine ähnlich gute Tat vollbracht?
Dieter Bohlen: „Jeder Oma, die vor mir beim Bäcker steht, bezahle ich den Einkauf. Die bestellen drei Brötchen und für den Nachmittag ein Stückchen Apfelkuchen und wenn du denen sagst, ‚ich zahle das gleich mit‘ – dieser Blick, so ungläubig und dankbar, ich mag das sehr. Ich hatte aber auch schon Omis, die mich aufs Kreuz gelegt haben (lacht). (…)“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text – und Bildquelle: RTL, Fotocredit: RTL/Stefan Gregorowius