BDP bietet damit erste zentrale Anlaufstelle bei Krisenereignissen

Schwere Unfälle, plötzliche Todesfälle, Naturkatastrophen, Kriege – in den letzten Jahren hat es eine starke Zunahme an Krisenereignissen gegeben, die für direkt oder indirekt betroffene Menschen einen starken Einschnitt in ihr Leben bedeuten und einen gravierenden Einfluss auf die psychische Gesundheit haben können. Potentiell traumatisierte Menschen brauchen dann eine zielgerichtete psychologische Versorgung. Hier ist schnelle Hilfe gefragt.

Und genau das bietet das neue zentrale Netzwerk Notfallpsychologie des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Unter www.notfallpsychologie.net können sich Betroffene ebenso wie Unternehmen, Behörden und allgemein Interessierte über das breite Spektrum an zeitnahen niedrigschwelligen sowie weiterführenden Hilfeleistungen der Notfallpsychologie informieren und bei Bedarf schnell und unkompliziert die benötigte Unterstützung von geschulten und erfahrenen Notfallpsycholog*innen in Anspruch nehmen.

Die Begleitung von psychisch belasteten Menschen nach Krisenereignissen folgt in Deutschland der Versorgungskette der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV). In der Regel sind innerhalb kürzester Zeit die Kriseninterventions- und Notfallseelsorgeteams im Einsatz, die potenziell Traumatisierte in den ersten Stunden nach dem Ereignis im Rahmen der Psychosozialen Akuthilfe versorgen. Auch die langfristige Versorgung von Menschen mit bereits manifestierter Traumafolgestörung ist im Rahmen der Psychotherapie grundsätzlich gut geregelt. Eine gravierende Versorgungslücke gibt es in Deutschland aber leider im mittleren Glied der Versorgungskette, der sog. Stabilisierungsphase in den ersten Wochen nach dem Ereignis.

Notfallpsycholog*innen bringen für genau diese so relevante und noch zeitnah am Ereignis liegende Stabilisierungsphase die notwendige fachliche Expertise mit, um bei Betroffenen frühzeitig die psychische Resilienz zu stärken und einer behandlungsbedürftigen Traumafolgestörung entgegenzuwirken. Eine zentrale Anlaufstelle, über die sich Betroffene bundesweit über die Möglichkeiten einer notfallpsychologischen Beratung und Begleitung informieren und unkompliziert Kontakt zu Expert*innen aufnehmen konnten, fehlte aber bisher.

Mit dem zentralen Notfallpsychologie-Netzwerk hat der BDP unter Federführung der Fachgruppe Notfallpsychologie diese Versorgungslücke nun geschlossen und mit der Online-Plattform ein breites Hilfsangebot geschaffen. Neben allgemeinen Informationen zu notfallpsychologischen Versorgungsleistungen ist die deutschlandweite Notfallpsycholog*innen-Suche ein zentrales Element der Plattform. Behörden und Unternehmen haben zudem im Großschadensfall die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit und -koordination von einer größeren Zahl an Notfallpsycholog*innen direkt über den BDP. Expert*innen können sich hier registrieren und gegenseitig vernetzen und austauschen. Und natürlich gibt es für alle Interessierten viele neue Informationen zu einer der neuesten und immer bedeutsamer werdenden Teildisziplinen der Psychologie – der Notfallpsychologie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:  Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V., Bildquelle: Pexels

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