Theaterpremiere „Vor dem Ruhestand“ im NS-Dokumentationszentrum

Grotesker Geburtstagsspuk führt in die Abgründe der deutschen Vergangenheit

 

Das Gewölbe im EL-DE-Haus, NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Appellhofplatz 23-25, Köln-Innenstadt, ist erstmals Spielstätte einer Theaterproduktion. Am Samstag, 23. September 2017, 19 Uhr, präsentiert ensemble 7 „Vor dem Ruhestand“ – Eine Komödie von deutscher Seele von Thomas Bernhard. Der mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Regisseur Rüdiger Pape inszeniert das Drama. Die eigenwillige Spielstätte stellt für die Schauspieler und das Publikum eine besondere und zugleich interessante Herausforderung dar.

 

Zum Inhalt:

Wie jedes Jahr am 7. Oktober begehen der Gerichtspräsident Rudolf Höller und seine beiden Schwestern Vera und Clara den Geburtstag des Reichsführers-SS, Heinrich Himmler. Im Keller ihres Hauses irgendwo in einer deutschen Stadt entwickelt sich ein grotesker, vergangenheitsseliger Geburtstagsspuk, der mitten in die Abgründe der deutschen Vergangenheit führt.

 

1978 trat der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg Hans Filbinger zurück, nachdem seine Mitwirkung als Marinerichter an Todesurteilen im verendenden NS-Staat aufgedeckt wurde. Die Uraufführung des Theaterstücks durch Claus Peymann 1979 führte zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Regisseur und Filbinger.

 

Die im Stücktitel mitschwingende Hoffnung, man könne eine Generation von Mittätern noch vor dem Ruhestand belangen, weicht heute der Einsicht, dass sich Teile der menschenverachtenden Ideologie als dauerhaft untot erweisen und sich heute in rechten Parteien wie selbstverständlich wiederfinden.

 

Mitwirkende:

Walter Gontermann (Rudolf Höller), Ursula Michelis (Vera Höller) und Regina Welz (Clara Höller);

Regie: Rüdiger Pape

Bühne/Kostüme: Flavia Schwedler

 

Die Aufführung dauert circa 90 Minuten, der Eintritt kostet 18 Euro, ermäßigt 12 Euro.

Weitere Aufführungstermine:

  1. und 30. September 2017, jeweils 19 Uhr

1., 6., 7., 8., 12., 14., 15., 20., 21. und 22. Oktober 2017, jeweils 19 Uhr

 

Quelle: Stadt Köln, Bildquelle: NS Dokumentationszentrum

 

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