Für Kampfmitteluntersuchungen muss der Park ab 12. Juni 2026 gesperrt werden
Die Bezirksvertretung Nippes hat im Februar 2025 die Umgestaltung des Johannes-Giesberts-Parks beschlossen (Weiterplanungs- und Baubeschluss 3480/2024). Zu diesem Zweck sollen 30 Bäume gepflanzt, Wege entsiegelt und zusätzliche Rundwege angelegt werden.
Bevor mit der Umgestaltung begonnen werden kann, müssen weite Teile des Parks auf Kampfmittel – Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg – untersucht werden. Da sich das Areal ganz in der Nähe der ehemaligen Clouth-Werke befindet, die im Krieg stark bombardiert wurden, gehen Experten davon aus, dass auch 80 Jahre nach Kriegsende noch Blindgänger im Boden gefunden werden könnten. Auf der Grundlage von Luftbildauswertungen und Messungen haben sich bislang mehr als 150 Verdachtsmomente ergeben. In bislang 14 Fällen vermuten die zuständigen Expert*innen der Bezirksregierung Düsseldorf im Boden der Parkanlage und in der unmittelbaren Umgebung noch Blindgänger mit einem Gewicht von mehr als 50 Kilo.
Um dies genauer zu überprüfen, müssen diese Verdachtspunkte aufgegraben werden. Aus Gründen der Gefahrenabwehr und des Bevölkerungsschutzes muss der Park deshalb ab Freitag, 12. Juni 2026, vollständig gesperrt werden – so sieht es die Kampfmittelverordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (KampfmittelVO NRW) in den §§ 2, 3 Abs. 3 und 4 vor. Eine sukzessive Teilsperrung der Parkanlage über den gesamten Zeitraum der Kampfmittelmaßnahmen ist nicht möglich.
Sollte bei den Aufgrabungen zündfähiges Material gefunden werden, soll dieses am Montag, 13. Juli 2026, durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf entschärft werden. Die Größe des Evakuierungsradius richtet sich danach, um welche Art Blindgänger (Herkunft, Größe, Gewicht, Beschaffenheit des Zünders) es sich handelt. Die Stadt Köln weist darauf hin, dass nur in etwa zehn Prozent der Verdachtsfälle tatsächlich zündfähige Blindgänger gefunden werden.
Das Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße kann von einer möglichen Evakuierung betroffen sein – es wurde über alle Maßnahmen frühzeitig informiert und bereitet sich auf eine mögliche Räumung vor.
Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen der Stadt Köln wird nach Abschluss der Arbeiten so schnell wie möglich mit den geplanten Umgestaltungsmaßnahmen im Johannes-Giesberts-Park beginnen. Dabei sollen die an Vegetations- und Wegeflächen entstandenen Schäden schnellstmöglich behoben werden, damit der Park wieder verkehrssicher von Besucher*innen genutzt werden kann. Die Arbeiten zur Umgestaltung des Parks erfolgen abschnittsweise und sollen spätestens im Frühjahr 2027 abgeschlossen sein.
Hundebesitzer*innen finden Freilaufflächen für ihre Tiere unter anderem im Nordpark, im Nippeser Tälchen, im Bereich Merheimer Straße/Eckewartstraße oder im Grüngürtel nordwestlich des Fort X.
Die Stadt Köln hält Medien und Bürger*innen über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden. Unter Kampfmittelangelegenheiten – Stadt Köln können auf der Internetseite der Stadt Köln grundsätzliche Informationen abgerufen werden.
Quelle: Stadt Köln, Fotocredit: KNJ/Martina Uckermann
