Weißes Löwenbaby nach Unfall aus Transporter gerettet – PETA fordert: „Handel mit exotischen Tieren muss verboten werden!“

Weißes Löwenbaby nach Unfall aus Transporter gerettet – PETA fordert: „Handel mit exotischen Tieren muss verboten werden!“

Am frühen Dienstagmorgen wurde nach einem Unfall auf der A5 im baden-württembergischen Kronau ein Löwenbaby in dem Anhänger eines Kleinbusses entdeckt. Ob es sich um einen illegalen Transport handelte, ist einem Medienbericht zufolge noch unklar. Die Tierrettung Rhein-Neckar befreite die junge Löwin und versuchte vergeblich, sie im Heidelberger Zoo unterzubringen. Nun ist „Lea“ bis auf Weiteres im Landauer Reptilium. Angesichts dieses Funds kritisiert PETA scharf, dass die Privathaltung gefährlicher Wildtiere in Deutschland noch nicht einheitlich verboten ist. Die Tierrechtsorganisation fordert schärfere Gesetze, die den Handel und die Haltung exotischer Tiere verbieten.

„Wildtiere wie Löwen, Tiger und Affen, aber beispielsweise auch Reptilien gehören schlicht nicht in deutsche Wohnzimmer oder Gärten. Dennoch ist Deutschland eines der Schlüsselländer beim Handel mit exotischen Tieren, weil es keine ausreichenden Gesetze gibt. Tierheime sind überfüllt mit ‚Exoten‘, die häufig unüberlegt angeschafft und schließlich abgegeben oder ausgesetzt wurden. Seitens der Regierung besteht daher dringender Handlungsbedarf: Handel und Haltung von exotischen Tieren müssen verboten werden“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA.

PETA fordert generelles Haltungsverbot von Exoten in Privathaushalten

Die Tierrechtsorganisation kritisiert, dass der Kauf von gefährlichen und anspruchsvollen Tieren unabhängig von dringend erforderlichem Fachwissen erlaubt ist. Hoger zufolge ist auf sozialen Medien ein Trend hin zu „Exoten“ zu beobachten. Sie kritisiert: „Leider gibt es im Internet skrupellose Händler und entsprechende Abnehmer, und auch auf Börsen werden exotische Tiere wie billiger Trödel verramscht – was dann mit ihnen passiert, bleibt häufig ungewiss.“

Jedes Jahr brechen hunderte exotische Tiere aus oder werden von überforderten Laien ausgesetzt. PETA setzt sich daher für ein grundsätzliches Verbot von exotischen Tieren in Privathand ein und weist darauf hin, dass der Handel auch den Tod unzähliger Tiere bedeutet – das Geschäft mit Reptilien und Amphibien beispielsweise zeigt, dass viele der empfindlichen Exoten bereits sterben, bevor sie überhaupt in den Verkauf kommen. Verlustraten von 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich.

Qualzucht von weißen Großkatzen

Weiße Tiger oder Löwen sind keine eigenen Tierarten. Eine rein weiße Fellfarbe kommt in der Natur sehr selten vor und wird rezessiv vererbt. Das bedeutet, dass zum Erhalt weißer Nachkommen die Erbinformation für die entsprechende Färbung sowohl vom Vater als auch von der Mutter weitergegeben werden muss. Da die Zucht weißer Großkatzen in Gefangenschaft auf die gezielte Inzucht von nur wenigen wild gefangenen Tieren begründet ist, weisen Nachkommen häufig schwere genetische Defekte auf. Daher verurteilen auch die Zoodachverbände in Europa (EAZA) und den USA (AZA) die Nachzucht weißer Großkatzen. [2, 3] Das Motiv für die Zucht ist in erster Linie finanzieller Natur, denn weiße Tiger, Löwen oder Jaguare werden als vermeintliche „Attraktionen“ präsentiert oder für bis zu 50.000 Euro an private „Tierliebhaber“ verkauft. PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: PETA, Archivbild/Pexel

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