Anlässlich des Weltaidstages am Donnerstag, 1. Dezember 2022, macht die Stadt Köln auf das Kölner „HIV-Board“ aufmerksam. Das HIV-Board ist eine unbürokratische Kooperation der Unikliniken Köln, des St. Augustinerinnen Krankenhauses Köln, der Kölner Aidshilfe und von Kölner Schwerpunktpraxen unter der Federführung der Aidskoordination des Kölner Gesundheitsamtes. Das Ziel besteht darin, HIV-Patient*innen zu helfen, die keinen Zugang zur medizinischen Regelversorgung haben. In den anderthalb Jahren des Bestehens konnte bereits 40 Menschen, die HIV-positiv sind und mangels Versicherungsschutz keinen Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten haben, geholfen werden. Dazu gehörten zum Beispiel Geflüchtete aus der Ukraine, Menschen ohne geklärten Aufenthaltstitel, Wohnungslose oder aus der JVA Entlassene und Menschen mit Suchterkrankungen.

Die Betroffenen haben sich zumeist hilfesuchend in der anonymen Sprechstunde des Fachdienstes für sexuell übertragbare Krankheiten (STI) im Kölner Gesundheitsamt oder der Clearingstelle für Migration gemeldet. Jeder einzelne Fall ist sehr komplex und erfordert ein schnelles Ineinandergreifen der Institutionen. Dank der in Deutschland einzigartigen unbürokratischen interdisziplinären Zusammenarbeit kann den Betroffenen schneller geholfen werden. „Trotz des medizinischen Fortschritts und guter Behandlungsmöglichkeiten ist ‚Aidshilfe‘ nach wie vor ein gesamtgesellschaftliches Thema. Die Arbeit des Kölner HIV-Boards zeigt vorbildlich, wie effektiv eine Zusammenarbeit über Institutionsgrenzen hinweg funktionieren kann“, sagt Dr. Harald Rau, Beigeordneter für Soziales, Gesundheit und Wohnen der Stadt Köln. Bundesweit fehlt es an einer strukturellen Gesamtlösung, um für Menschen ohne Krankenversicherung den Zugang zu HIV-Medikamenten sicherzustellen. Unter der Telefonnummer 0221/221-24602 können montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr Termine zur Sprechstunde vereinbart werden – maximal eine Woche im Voraus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Stadt Köln, Archivbild/Pexels