Milde Temperaturen, wenige Frostnächte – nur zwei Kältegänge erforderlich

 

Auch im vergangenen Winter hat die Stadt Köln wieder besondere Hilfen für wohnungslose Menschen angeboten. Damit soll diesem Personenkreis in der kalten Jahreszeit in Zusammenarbeit mit den Trägern der Wohnungslosenhilfe ein zusätzlicher Schutz vor Kälte und Nässe ermöglicht werden. Extreme Temperaturen oder Schneefälle in der kalten Jahreszeit führen dazu, dass auch Menschen eine Unterbringung wünschen, die bei normalen Witterungsbedingungen auf der Straße leben und in dieser Zeit bestehende Unterbringungsangebote ablehnen. Aber auch Menschen, die sich in Köln aufhalten und kein Einkommen oder Ansprüche auf Sozialleistungen haben, bedürfen in solchen Notsituationen einer humanitären Hilfe und einem Schutz vor gesundheitlichen Schäden.

 

Hierfür bietet das Amt für Soziales und Senioren bereits seit 19 Jahren eine Winterhilfe an. Diese besonderen Vorkehrungen werden für die kalte Jahreszeit von Oktober bis Ende März getroffen. Aufgrund der milden Temperaturen startete die Winterhilfe 2015/16 erst am 22. Dezember 2015 und endete am 31. März 2016. Im Winter 2015/2016 bot das Amt für Soziales und Senioren der Stadt Köln folgende Hilfeangebote:

 

Zusätzliche Plätze in den Notaufnahmen

 

Im Bereich der Notaufnahmen wurden über die bereits bestehenden Angebote hinaus vorsorglich folgende Plätze zusätzlich bereitgestellt:

–      für Männer 15 Plätze beim Johannesbund Köln. Dieses Angebot nutzten 46 Personen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 14 Tage. Fast die Hälfte der übernachtenden Personen waren Deutsche (46 Prozent), gefolgt von Polen (24 Prozent) und sieben weiteren Nationalitäten.

–      für Frauen zwei Plätze bei der Diakonie Michaelshoven und zwei Plätze beim Sozialdienst katholischer Frauen. Die zusätzlichen Plätze waren in den beiden Notaufnahmen während der Winterhilfe durchgängig besetzt.

–      für Männer und Frauen vier Plätze über das Amt für Wohnungswesen beim Internationalen Bund.

 

Ein Teil der Angebote umfasst auch Unterbringungen für wohnungslose Männer und Frauen mit Haustieren. Nachdem diese Unterkunft im vergangenen Jahr nicht genutzt wurde, wurden die Plätze dieses Jahr vollständig belegt. Nach Abschluss der Winterhilfe konnte ein Mann mit einem Hund in eine reguläre Wohnversorgung vermittelt werden.

 

Ordnungsbehördliche Unterbringung aus humanitären Gründen

 

Für Menschen, die kein Einkommen oder keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, werden im Rahmen des Ordnungsbehördengesetzes aus humanitären Gründen zusätzliche Unterbringungskapazitäten bereitgehalten. Es handelt sich dabei um das Gebäude am Blaubach 9.

 

Nach den ersten sehr ruhig verlaufenden Wochen mit durchschnittlich nur neun bis zehn Personen pro Nacht steigerte sich die Personenzahl kontinuierlich seit dem ersten Kälteeinbruch im Januar auf bis zu 104 Besucherinnen und Besucher pro Nacht. Es übernachtete ein hoher Anteil Deutscher, die Gruppe der Polen, Rumänen und Bulgaren ging gegenüber dem Vorjahr stark zurück. Auch der Anteil der Frauen war deutlich geringer als im vergangenen Winter.

 

Aufgrund des fortbestehenden Bedarfes beabsichtigt die Verwaltung auch für die kommende Winterhilfe 2016/2017 eine ordnungsbehördliche Unterbringung in vergleichbarer Größenordnung einzurichten. Abweichend von den vergangenen Jahren wird dabei die ganzjährige Nutzung einer Immobilie als Unterbringungseinrichtung angestrebt, bei der im Rahmen des Winterhilfeangebotes zusätzliche Schlafplätze angeboten werden können.

 

24 Stunden-Hotline für Bürgerinnen und Bürger

 

Wie auch in den vergangenen Jahren schaltete der Träger „Haus Rupprechtstraße Köln gGmbH“ seine 24-Stunden Hotline für Bürgerinnen und Bürger. Unter dieser Nummer konnten hilflose wohnungslose Personen gemeldet werden, die im Freien schliefen. In dem Zeitraum vom 21. Oktober 2015 bis zum 24. Februar 2016 gingen insgesamt 116 Anrufe bei der Hotline ein. Davon wurden 52 hilflose Personen gemeldet und an die Sozialverwaltung weitergeleitet, weitere Anruferinnen und Anrufer hatten allgemeine Fragen zur Winterhilfe oder boten Kleiderspenden an.

 

Kältegänge

 

Nach den positiven Erfahrungen in den vergangenen Jahren wurden auch in diesem Winter wieder Kältegänge durchgeführt. Dabei suchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Abendstunden bei längerfristigem Absinken der Temperaturen in den Minusbereich gezielt Plätze in der Kölner Innenstadt auf, die über die Hotline gemeldet wurden oder die als Plätze, an denen sich Wohnungslose aufhalten, bekannt sind. Die angetroffenen Personen werden vor Ort über die Unterstützungsangebote der Stadt informiert. Aufgrund der wenigen Tage und Nächte, an denen frostige Temperaturen herrschten, wurden nur zwei Kältegänge durchgeführt. Viele Meldungen über die Hotline wurden außerhalb der Kältegänge an Kolleginnen und Kollegen des Amts für öffentliche Ordnung weitergeleitet.

 

Quelle: Stadt Köln, Archivbild