Stadt Köln weitet Angebot aus – Rat beschließt mehr Personal

Auch in diesem Winter bietet die Stadt Köln in Kooperation mit den Trägern der freien Wohlfahrtspflege besondere Hilfen für wohnungslose Menschen an. Dafür weitet das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren das bestehende Angebot aus. Das zusätzliche Angebot besteht offiziell für den Zeitraum 1. Oktober 2021 bis 31. März 2022. Die konkrete Inbetriebnahme hängt von den Witterungsbedingungen ab. Ziel ist es, dem besonderen Personenkreis in der kalten Jahreszeit einen zusätzlichen Schutz vor Kälte und Nässe zu ermöglichen. Extreme Temperaturen oder Schneefälle führen dazu, dass auch Menschen eine Unterkunft wünschen, die bei normalen Witterungsbedingungen auf der Straße leben und in dieser Zeit bestehende Übernachtungs- und Unterbringungsangebote ablehnen. Aber auch diejenigen, die sich in Köln aufhalten und kein Einkommen oder keine Ansprüche auf Sozialleistungen haben, bedürfen auch im Winter Hilfe und einen Schutz vor gesundheitlichen Schäden.

Zusätzliche Schlafplätze mit Tagesangebot

Für Personen, die das ganzjährige Unterbringungsangebot nicht annehmen, bietet die Stadtverwaltung in enger Kooperation mit dem Sozialdienst Katholischer Männer e.V. (SKM) im Rahmen der Winterhilfe, wie bereits im vergangenen Jahr, die Übernachtungsmöglichkeit in der Ostmerheimer Straße 220 für wohnungslose Menschen an. Die Übernachtungsmöglichkeit besteht für Frauen und Männer täglich von 19 bis morgens um 8 Uhr und startet am 1. Dezember 2021. Die Unterbringung bietet 72 Schlafplätze, davon zwölf für Frauen, die sich in einem separaten und geschützten Trakt befinden. Für Übernachtungsgäste wird es neben der Übernachtungsmöglichkeit auch in diesem Winter einen Tagesaufenthalt mit der Ausgabe eines warmen Mittagessens und von Getränken geben. Darüber hinaus gibt es Duschmöglichkeiten und Gelegenheit, die eigene Wäsche waschen und trocknen zu lassen, Schließfächer sowie ein Clearing- und Vermittlungsangebot. Darüber hinaus wird dort für die besonderen Belange von wohnungslosen Frauen der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF) Köln stundenweise am Tag mit Sozialarbeit vor Ort sein. Der Tagesaufenthalt ist von 8 bis 19 Uhr geöffnet.

Die Unterkunft ist frei zugänglich, kann aber auch über die Notrufnummer der Fachstelle Wohnen des Amtes für Soziales, Arbeit und Senioren oder durch Weiterleitung über die Träger/Initiativen, Streetwork, Polizei, KVB, Ordnungsamt, Bahnhofsmission oder andere Notschlafstellen vermittelt werden. Für obdachlose EU-Zugewanderte, die sich ohne Leistungsanspruch in Köln aufhalten, steht – im Rahmen der Winterhilfe wie auch ganzjährig – das niederschwellige Angebot Humanitäre Hilfen in der Vorgebirgstraße zur Verfügung. Dieses bietet die Verwaltung in enger Kooperation mit dem SKM an. Das Übernachtungsangebot ist an 365 Tagen im Jahr, täglich von 19 bis 8 Uhr morgens, geöffnet.

Kältegänge, Winterhilfe-Telefon und -Postfach

Auch in diesem Winter gibt es wieder Kältegänge. Dabei suchen Mitarbeitende der Stadt Köln und Mitarbeitende der Träger der Freien Wohlfahrtspflege in den Abendstunden bei längerfristigem Absinken der Temperaturen in den Minusbereich gezielt Plätze in der Kölner Innenstadt auf, die über das Winterhilfetelefon gemeldet wurden oder die als Plätze, an denen sich Wohnungslose aufhalten, bekannt sind. Die angetroffenen Personen werden vor Ort über die Unterstützungsangebote der Stadt informiert. Die Angebote und Maßnahmen der Winterhilfe werden eng mit der Polizei, den Kölner Verkehrs-Betrieben und dem Ordnungsamt abgestimmt.

Wie schon seit vielen Jahren wird mit Beginn der Kältegänge eine 24-stündige Erreichbarkeit ermöglicht. Bürger*innen können per E-Mail oder Telefon melden, wenn sie wohnungslose Menschen sehen, die sich bei winterlichen Temperaturen an ihren Schlafplätzen aufhalten. Telefonnummer und E-Mail-Adresse des Winterhilfetelefons werden zeitnah bekannt gegeben.

Die Stadt Köln bittet alle Bürger*innen, aufmerksam hinzuschauen und sich bei akut gefährdeten Menschen umgehend an den Rettungsdienst unter 112 zu wenden.

Rat beschließt mehr Personal für Streetwork und Koordination der Kältegänge und des Winterhilfetelefons

Um sicherzustellen, dass jeder auf der Straße lebende Mensch erreicht und über die bestehenden Hilfsangebote informiert wird, setzt die Stadt Köln zwei zusätzliche Streetworker*innen für obdachlose Menschen ein. Das hat der Rat in seiner Sitzung am 9. November 2021 beschlossen. „Wir beobachten, dass sich die Schlafplätze der obdachlosen Menschen immer weiter im gesamten Stadtgebiet vereinzeln – weg von wenigen, zentral gelegenen Orten. Um die aufsuchende, soziale Arbeit insbesondere in den Randgebieten sicherzustellen, verbessert eine personelle Erweiterung des Streetworks und der Kältegänge die Situation für betroffene Menschen ganz erheblich“, sagt Dr. Harald Rau, Beigeordneter für Soziales, Gesundheit und Wohnen der Stadt Köln. Außerdem sollen die Personalkosten zur Koordination und Betreuung der Kältegänge für die Dauer der Winterhilfe durch die Stadt Köln übernommen werden. Dies hat der Rat in seiner Sitzung ebenfalls beschlossen. Das Kölner Winterhilfe-Angebot besteht inzwischen seit 25 Jahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Stadt Köln, Archivbild/Pexel