Auszeichnung für das Waldlabor Köln  „Vorbildliches Projekt zur Erhaltung der biologischen Vielfalt“

Auszeichnung für das Waldlabor Köln „Vorbildliches Projekt zur Erhaltung der biologischen Vielfalt“

Das Kölner Waldlabor hat den Titel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ erhalten. Verliehen wird die Bezeichnung an vorbildliche Projekte, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt hervortun. Das Waldlabor ist ein Gemeinschaftsprojekt von Toyota Deutschland, RheinEnergie AG Köln und Stadt Köln. Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der Präsidenten von Toyota Deutschland, Alain Uyttenhoven, und der Vorstandsvorsitzende der RheinEnergie AG Köln, Dr. Dieter Steinkamp, haben am Freitag, 17. Juli 2020, die Auszeichnung entgegen genommen. Die Urkunde überreichte Jakob Pöllath, Waldexperte für Naturschutz und nahhaltige Nutzung im Bundesamt für Naturschutz.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Ich werde mich weiterhin als Oberbürgermeisterin für eine Vorreiterrolle Kölns im Klimaschutz stark machen. Gleichwohl werden wir uns an den Klimawandel anpassen müssen. Die Erkenntnisse aus dem Waldlabor nützen uns heute mehr denn je, denn Bäume leiden besonders unter den langen Dürreperioden. Dass die Stadt Köln gemeinsam mit Toyota und der Rheinenergie das Projekt Waldlabor vor zehn Jahren initiiert hat und auch durch die Spenden von Kölner Bürgerinnen und Bürgern unterstützt wurde, beweist Weitsicht und wird heute zurecht prämiert.“ „Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen dieses Jahrhunderts“, sagt RheinEnergie-Vorstand Dr. Dieter Steinkamp. „Wir haben uns als Unternehmen daher ebenso wie die Stadt Köln längst verpflichtet, unseren Beitrag konsequent zu leisten. Die globale Erwärmung kann nur gemeinsam und durch fortwährende Kraftanstrengung gestoppt werden. Das Waldlabor ist dafür ein sichtbares Zeichen. Durch die heutige Würdigung fühlen wir uns umso motivierter, den eingeschlagenen Weg – auch an anderer Stelle – engagiert fortzuführen.“

„Toyota versteht sich als mehr als ein Automobilhersteller. Wir engagieren uns auf vielfältige Weise für Umwelt- und Klimaschutz. Dabei geht es nicht nur um die Verringerung des CO2-Ausstoßes, sondern generell um den Umgang mit Ressourcen. Wasser ist eine dieser immer knapper werdenden Rohstoffe. Und hier im Toyota Bereich des Klimawaldes erforschen wir Pflanzen, die mit möglichst wenig Wasser auskommen, um so diese Ressource zu schonen. Unsere Vision ist die individuelle Mobilität der Menschen zu garantieren, ohne die Erde dafür zu belasten“, so Alain Uyttenhoven, Präsident Toyota Deutschland. Vor zehn Jahren haben sich die Projektpartner Toyota Deutschland, RheinEnergie AG und Stadt Köln zusammengetan, um auf einer 25 Hektar großen städtischen Ackerfläche das Waldlabor Köln zu gründen. Bei dem zukunftsweisenden Projekt steht der Klimawandel im Focus. Aus 17 verschiedenen Baumarten wurden neue Waldformationen angepflanzt, um zu testen, wie sich der Wald unter den Bedingungen des Klimawandels entwickelt.

Die Anpflanzung des „Klimawaldes“, der aus Gehölzflächen trockenheitsresistenter Baumarten besteht und die der Klimaerwärmung standhalten können, wurde von Toyota Deutschland gesponsort. Mit dem „Energiewald“ aus schnell wachsenden Baumarten, die alle drei bis fünf Jahre geerntet werden, zeigt die RheinEnergie AG beispielhaft die Möglichkeiten zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe in einem Erholungsgebiet. Im „Wandelwald“, der mit Spenden der Kölner Bürgerinnen und Bürger aus der Aktion „Ein Wald für Köln“ finanziert wurde, steht der ästhetische Aspekt von Wald als Erholungsraum im Vordergrund. Baumarten mit besonderer Blühte, Blattfärbung oder Rinde sind hier so angeordnet, dass sich im Jahresverlauf kontinuierlich neue Waldeindrücke ergeben.

Im „Wildniswald“ wird eine Fläche der freien Waldentwicklung überlassen. Der Kontrast zwischen dem planmäßig angelegten „Wandelwald“ und der durch die Natur bestimmten Waldentwicklung wird hierdurch besonders erlebbar. Das Waldlabor Köln vermittelt beispielhaft Aspekte der biologischen Vielfalt. Die Anordnung der Waldflächen in Verbindung mit extensiv gepflegten Wiesenflächen und einer weitgehend sich selbst überlassenen „Wildnis“ zeigt, wie die Biodiversität eines Landschaftsraumes bereichert werden kann. Im Rahmen des Projektes „Klimawald“ werden Baumarten getestet, die zum Aufbau klimastabiler Wälder verwendet werden können, um heimische Waldökosysteme zu stabilisieren. Bei der Baumartenwahl wurden seltene heimische Baumarten, etwa Elsbeere, Mehlbeere und Flaumeiche, berücksichtigt.

Im „Energiewald“ wird gezeigt, wie eine Fläche zur Energieholzproduktion in eine urbane Erholungslandschaft eingebunden werden kann und gleichzeitig die Biodiversität verbessert wird. Durch die Anlage der Fläche, in enger Verbindung mit Wald und extensiv genutzten Wiesenflächen, ist ein abwechslungsreicher Landschaftsraum entstanden, der auch während der Erntephase genügend Rückzugsräume für Tiere bietet. Die extensive Bewirtschaftung der Plantage ohne Einsatz von Dünger und Pestiziden zeigt die Vorteile für die Bodenökologie und die Tier- und Pflanzenwelt gegenüber dem Maisanbau zur Energiegewinnung.

Der „Wildniswald“ bietet die Möglichkeit, zu beobachten, wie sich Natur ohne Pflegeeingriffe entwickelt. Diese Beispielfläche soll aufzeigen, wie wichtig auch unbeeinflusste Naturentwicklungsflächen sind, die als „Wildnis“ zur Verbesserung der Biodiversität in der Stadt beitragen können. Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Ein breit verankertes Bewusstsein in der Gesellschaft für den großen Wert der Biodiversität ist hier eine wichtige Voraussetzung. Die deutsche UN-Dekade Biologische Vielfalt startete offiziell am 8. November 2011. Sie wird im Auftrag von und in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz von der Geschäftsstelle der UN-Dekade umgesetzt.

Die „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ in Deutschland lenkt mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und die Chancen, die sie bieten. Gleichzeitig zeigen die Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt biologischer Vielfalt, zur nachhaltigen Nutzung oder Vermittlung praktisch aussehen können. Die Aktivitäten im Waldlabor Köln haben die UN-Dekade-Fachjury nachhaltig beeindruckt. „Mit diesem vorbildlichen Projekt wird ein deutliches Zeichen für das Engagement zur Erhaltung biologischer Vielfalt in Deutschland gesetzt“, heißt es. Das Projekt findet sich künftig auf der Internetseite der deutschen „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ wieder unter www.undekade-biologischevielfalt.de.

Über die Auszeichnung von Projekten entscheidet eine unabhängige Fachjury, an der Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind. Die UN-Dekade-Fachjury tagt zweimal im Jahr. Zur Beteiligung am Wettbewerb bestehen keine Fristen. Eine Bewerbung als UN-Dekade-Projekt erfolgt online bei der Geschäftsstelle „UN-Dekade Biologische Vielfalt“. Der Begriff „biologische Vielfalt“ umfasst die Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt der Mikroorganismen und Pilze. Einbezogen wird auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, die sich bei Pflanzen in den verschiedenen Sorten wiederspiegelt und sich bei Tieren mit den Rassen verbindet. Aber auch die verschiedenen Lebensräume und komplexe ökologische Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt. Die Biodiversität ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme mit ihren verschiedenen Ökosystemleistungen.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Stadt Köln, Fotocredit: Toyota

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