„Beast – Jäger ohne Gnade“: Überleben in der Wildnis

„Beast – Jäger ohne Gnade“: Überleben in der Wildnis

Tierhorror ist im Horror-Genre eine beliebte Nische mit Gruselgarantie. Von Haien, Spinnen, Schlangen bis zu Grizzlys drehte schon so mancher animalische Gegner durch. Im neuen Survival-Thriller „Beast – Jäger ohne Gnade“ rastet der König des Dschungels aus und jagt Idris Elba (TV-Serie „Luther“) durch die afrikanische Steppe.

Die natürlichen Dinge jagen den größten Schrecken. Mit der Normalität des Lebens erzeugen Regisseure in Horrorfilmen den intensivsten Nervenkitzel, da die Empathie des Publikums auf begründeten Verhaltensweisen beruht. So erschuf Steven Spielberg mit „Der weiße Hai“ einen legendären Klassiker, der das Baden zur wahren Mutprobe werden ließ. Deutlich abstruser, aber nicht minder effektvoll schlug sich Samuel L. Jackson („Pulp Fiction“) durch das charmante B-Movie „Snakes On a Plane“, dessen Name Programm ist: Schlangen im Flugzeug und kein Ausweg! Wer mit Ophidiophobie zu kämpfen hat, sollte diesen Film meiden.

Seit 25. August muss sich Idris Elba, der schon von Jason Statham durch „Hobbs & Shaw“ gehetzt wurde und im Musical-Flop „Cats“ selbst auf Beutezug ging, muss sich nun von einem ausgewachsenen Löwen jagen lassen: „Beast – Jäger ohne Gnade“ von Regisseur Baltasar Kormákur („Die Farbe des Horizonts“) ist in den deutschen Kinos gestartet.

Überleben mit Verstand

Alles beginnt mit einer harmlosen Safari, die Nate Daniels (Elba) mit seiner Familie unternimmt. Um einen persönlichen Verlust zu verarbeiten, will der Doktor mit seinen Kids im wilden Afrika auf andere Gedanken kommen. Sich erden, die Natur genießen, sich finden. Der Rückzug in die Wildnis wird auf einer Safari jedoch innerhalb weniger Sekunden zum Alptraum. Ein wilder Löwe attackiert den Wagen, hinterlässt erste Opfer und bringt seine Beute immer weiter in Bedrängnis. Nach dem ersten Schrecken glaubt Daniels, das Schlimmste überstanden zu haben. Doch der Horror hat gerade erst begonnen!

Mit Ruhm und Logik bekleckert sich die simple Story nicht gerade. Begonnen bei dem unbegründeten Ausraster des Löwens bis zu den hauchdünnen Dialogen zählt das Skript aus der Feder von Ryan Engle („Breaking In“) nicht zu den Meilensteinen der Filmgeschichte. Auf Sicherheitsmaßnahmen oder technische Survival-Kits, die ExpressVPN in ihrem Blog für echte Notfälle beschreibt, wird verzichtet und das Abenteuer Wildnis besonders blauäugig gestartet. Dass der Ärger vorprogrammiert ist, wird schon beim Einstieg ins Auto deutlich. Leichtsinn ist als Übergepäck an Bord, der gesunde Menschenverstand hat keinen Platz mehr.

Visuell statt inhaltlich

Dass „Beast – Jäger ohne Gnade“ ein mittelmäßiger Horrorausflug geworden ist, wirkt umso enttäuschender, da sich Regisseur Baltasar Kormákur auf große Bilder konzentriert, die zulasten der Story gehen. Die Weite der Steppe im goldenen Licht sieht fantastisch aus. Auch der animierte Löwe überzeugt in überwiegenden Teilen des Filmes. Allerdings kommt Idris Elba, der schon manch schlimmere Produktion auf vier Pfoten durchstand, gegen das holprige Drehbuch kaum an.

Fans des gesunden Gruselns dürfte der handzahme Thriller keine Gänsehaut über den Rücken jagen. Wer nach deutlich deftigeren Produktionen giert, der sollte beim Horrormagazin einen Blick in die Top 10 der besten Tierhorrorfilme schauen. Die Chance auf einen schaurigen Abend mit Schock-Garantie ist deutlich höher als der behäbige Ausflug in die afrikanische Steppe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: News Factory, Archivbilder/Pixabay/Pexels

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