NS-Dokumentationszentrum erhält 438 Werke des jüdischen Malers Otto Schloss 

Der Rat der Stadt Köln hat heute, 22. November 2018, mit großem Dank eine bedeutende und umfangreiche Schenkung von 438 Kunstwerken des jüdischen Kölner Malers Otto Schloss angenommen. Die Stadt erhielt die Schenkung von den Erben Almuth Corbach und Katharina Mähler. Die Sammlung umfasst 20 Gemälde, 263 Zeichnungen, 107 Aquarelle und 48 Druckgrafiken.

Otto Schloss, 1884 in Frankfurt a.M. als Sohn einer angesehenen jüdischen Kaufmannsfamilie geboren, studierte von 1918 bis 1922 an der Frankfurter Städelschule, der Hochschule für Bildende Künste. Kurz darauf zog er nach Köln und heiratete die Kölnerin und jüdische Lehrerin Hedwig Cahn. Otto Schloss war als Illustrator für Zeitungen und Buchpublikationen tätig. Er schuf Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken, darunter Porträts, Landschaften, religiöse und soziale Motive. Otto Schloss gehörte nicht zu der Gruppe der Progressiven Künstler in Köln, seine Arbeiten sind in Vielem traditionell geprägt, aber dennoch von den Kunstströmungen der Zeit beeinflusst.

Durch die antisemitische Diskriminierung des NS-Regimes war die Tätigkeit von Otto Schloss ab 1933 extrem eingeschränkt. Es war ihm nur noch möglich, für jüdische Zeitungen und jüdische Auftraggeber zu arbeiten, er konnte zunächst aber noch ein kleines Atelier in der Kölner Neustadt unterhalten. 1938 flüchteten Otto und Hedwig Schloss nach Schweden, eine Vielzahl seiner Werke wurde ebenfalls nach Schweden gebracht. Im Exil versuchte Otto Schloss, an seine Tätigkeit in Deutschland anzuschließen und verstarb 1950. Seine Tochter war im Besitz eines Großteils seiner Werke, als sie 2017 starb. Mit dem Nachlass kommt erstmalig ein fast geschlossener Bestand der Werke eines jüdischen Künstlers nach Köln – Werke, die in Köln während der 1920er und 1930er Jahre entstanden sind. Der Nachlass ist ein außerordentlicher Beitrag zur Kölner Kulturgeschichte und jüdischen Geschichte. Die Schenkung ist dem NS-Dokumentationszentrum zugedacht, das bereits einige Werke aus früheren Schenkungen besitzt. Nach einer Erschließung des Nachlasses sind eine Ausstellung im EL-DE-Haus und eine Publikation geplant.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Stadt Köln, Bildrechte: NS-Dokumentationszentrum