Ludwig Sebus zum 95. Geburtstag. Oberbürgermeisterin Reker ehrt kölsches Original mit Eintrag ins Gästebuch

Ludwig Sebus zum 95. Geburtstag. Oberbürgermeisterin Reker ehrt kölsches Original mit Eintrag ins Gästebuch

Ludwig Sebus feierte am 5. September 2020 seinen 95. Geburtstag. Der Krätzchensänger, Komponist und Texter ist seit den frühen 1950er Jahren eine prägende Persönlichkeit des Kölner Karnevals und des kölnischen Brauchtums insgesamt. Den ersten Hit hatte der gelernte technische Kaufmann Sebus 1954/55 mit „Jede Stein in Kölle es e Stöck vun deer“. Oberbürgermeisterin Henriette Reker ehrte Ludwig Sebus nun mit einem Eintrag ins Gästebuch der Stadt Köln.

„Für mich sind Sie ein Menschenfreund durch und durch. Ihre Gabe für Dichtung, Humor und Unterhaltung haben Sie zum Wohle unserer Stadtgesellschaft eingesetzt: „‚Wer glücklich sein will, muss andere glücklich machen‘ – das haben Sie einmal gesagt. Ich kann mir vorstellen, dass Sie als Soldat und Kriegsgefangener oft die Erfahrung gemacht haben, dass ein Lachen, ein Lied oder eine Melodie der Seele oft wohler tut als 1.000 gutgemeinte Worte. Und Sie haben in diesen Jahren sicherlich ebenfalls gespürt, welches Glück es bedeutet, im Herzen stets seine Heimat mitzutragen“, sagte die Oberbürgermeisterin am vergangenen Dienstag bei der Zeremonie im kleinsten Rahmen im Hansasaal des Historischen Rathauses. „In den herausfordernden Zeiten einer Pandemie brauchen wir etwas für unser Herz und unsere kölsche Seele. Oder mit anderen Worten: Wir brauchen dieser Tage eine große Portion Ludwig Sebus!“

Ludwig Sebus berichtete von den Schrecken der Kämpfe in Russland, wohin er, gerade 18 Jahre alt, vom Nazi-Regime geschickt worden war, und wo er bis 1949 in Kriegsgefangenschaft ausharren musste. „Wenn man diesen Krieg erlebt hat, wenn man Hunger und Krankheit erlebt hat und jeden Tag, jede Stunde damit rechnen musste, der nächste zu sein, der tot im Schützengraben liegt, dann weiß man, wie gut wir es heute haben. Ja, die Pandemie beschwert uns, ja, viele leiden und sind finanziell in Bedrängnis. Aber ich bin der Überzeugung, dass wir das überstehen werden. Ich danke dem Herrgott für jeden Tag – denn jeder Tag ist ein Geschenk. Ich möchte in keiner anderen Stadt leben als in Köln. Und so lange ich noch kann, will ich anderen Menschen Freude machen.“

 

 

 

 

 

 

 

Text – und Bildquelle: Stadt Köln

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