Getrennt und doch im selben Haus abwechselnd wohnen – das ist „Nesting“, ein besonderes Modell für Trennungsfamilien. Dessen Vor- und Nachteile erlebt ein Elternpaar in dieser ZDF-Komödie.

Nach 16 Jahren will sich Julia von Robert, dem Vater ihrer beiden Kinder, trennen und mit einem Psychologiestudium ein neues Leben beginnen. Ganz anders Robert: Er will, dass im Großen und Ganzen alles genau so bleibt, wie es ist. Sein ungewöhnlicher Vorschlag: ein Zusammenleben mit den Kindern nach dem „Nesting“-Prinzip. Julia willigt ein. Die zwölfjährige Marie und der siebenjährige Max wohnen weiter im Haus, während die Eltern sich wochenweise ablösen. Doch Robert verfolgt mit seinem Vorschlag einzig das Ziel, das Haus zu retten und Zeit zu gewinnen, damit Julia endlich wieder zur Vernunft kommt.

Seine Frau allerdings hält nicht viel davon abzuwarten. Schon bald lässt sie sich auf Annäherungsversuche ihres neuen Arzt-Kollegen Sascha ein. Mit schlechtem Gewissen zwar, doch Alkohol tut das Übrige: Auf einer spontanen Party im heimatlichen „Nest“ landet sie, reichlich angetrunken, mit dem Verehrer im Bett.

Robert lässt sich derweil von seinem Kollegen Enzo, wenn auch widerwillig, zu einem feuchtfröhlichen Abend auf einer Ü-30-Party überreden, auf der er Nina kennenlernt. Die Polizistin scheint zu ihm zu passen wie ein Deckel auf den Topf. Trotzdem kann er sich von der Idee einer Versöhnung mit Julia und einer Rückkehr zur klassischen Familie nicht lösen. Als er dann aber eine verräterische Männerunterhose in der Waschmaschine des gemeinsamen „Nests“ findet, verliert er ein großes Stück Hoffnung. Einen letzten Versuch will Robert noch unternehmen, um Julia zurückzuerobern. Denn er liebt sie noch immer.

Doch nach 16 Jahren und einer festgefahrenen Ehe wieder miteinander ins Gespräch zu kommen, stellt sich als eine unerwartet große Hürde heraus. Julia und Robert stolpern gegenseitig über ihren Stolz und verhaken sich am Ende in einem Wettstreit darum, wer gegenwärtig glücklicher ist. Die Situation eskaliert bei einem Theaterstück der Kinder. Marie und Maxi sind es schließlich auch, die die Notbremse ziehen und die Eltern endlich zur klärenden Aussprache bewegen.

 

Julia              Bettina Lamprecht

Robert          Matthias Koeberlin

Marie            Lola Höller

Maxi             Linus von Emhofen

Florentine            Jasmin Schwiers

Enzo             Denis Moschitto

Dr. Sascha          Tom Beck

Nina (Polizistin)          Karen Dahmen

Dr. Angelika Weber           Therese Hämer

Dr. Jürgen Weber             Jochen Kolenda

Brigitte         Hedi Kriegeskotte

und viele andere

Müssten nicht die Eltern anstelle der Kinder diejenigen sein, die die Strapazen zweier Lebensmittelpunkte auf sich nehmen sollten? Genau dieser Frage wollten mein Koproduzent Marc Conrad und ich nachgehen und das immer populärer werdende Nestmodell zum ersten Mal auch filmisch als Familienkomödie erzählen. Die Recherche zum Film begann in unserem direkten Umfeld.

Ich fand es wichtig, dass die Eltern im Film normale Berufe haben, mit denen sie finanziell mit zwei Kindern und Haus auf dem Land gerade so über die Runden kommen. So bekommt das „Nesting“ etwas handfestes: Der Vater schlägt dieses Familienmodell nicht aufgrund irgendwelcher psychologischen Überlegungen vor, nein, er will ganz praktisch sein Haus behalten. Gleichzeitig sind die Gedanken der zweifachen Mutter nachvollziehbar: Haus, zwei Kinder, soll’s das jetzt gewesen sein, kommt jetzt nichts mehr bis zur Rente?

Leider konnte ich Corona bedingt nie das Set besuchen und die Schauspieler persönlich kennenlernen. Das ist der einzige Wermutstropfen, aber ich bin glücklich, wie das Ensemble mit Regisseur Tobi Baumann meine Figuren zum Leben erweckt haben.

Ich kenne beide Hauptdarsteller schon sehr lange. Bettina Lamprecht und ich sind sozusagen zusammen „aufgewachsen“ im Fernsehen, haben mit „Ladykracher“ gemeinsam unsere ersten Schritte gemacht und auch einige Jahre bei „Pastewka“ miteinander verbracht. Matthias Koeberlin und ich sind schon lange befreundet, spielen sogar gemeinsam in einer Band, und haben auch immer wieder miteinander gearbeitet.

Spätherbst mit Wetterkapriolen, zwei Kinderdarsteller in tragenden Rollen und dann auch noch die erschwerten Drehbedingungen in Corona-Zeiten… das alles stellte uns vor große Herausforderungen, da machte die Zusammenarbeit mit Freunden vieles einfacher. Das gegenseitige Vertrauen (und wahrscheinlich auch einfach, dass wir uns alle sehr gern haben) hat uns trotz aller Distanz eine so intime Zusammenarbeit ermöglicht.

Mit vereinten Kräften und dem tollen Team gelang es uns, eine berührende, lustige Geschichte zu erzählen, die vieles an Wahrheit in sich trägt, was wir aus unseren Umfeldern so kennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text – und Bildquelle: ZDF, Fotocredit: Willi Weber