20 Jahre kostenfreie Beratung für Eltern in Köln

30.000 Anrufe beim ehrenamtlichen Elterntelefon der Nummer gegen Kummer beim Kinderschutzbund Köln

„Mein Kind macht mir Sorgen“ oder „Mir wächst die Erziehung über den Kopf“ – diese oder ähnliche Aussagen hören die ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater des bundesweiten Elterntelefons täglich. Inzwischen ist dieses kostenlose, vertrauliche und anonyme Angebot der Nummer gegen Kummer e.V. und seiner Mitgliedsorganisationen seit 20 Jahren auf Leitung. Auch beim Kinderschutzbund Köln, dem Träger des Standorts in Köln, hat sich das Elterntelefon seit 2001 zu einem häufig genutzten niedrigschwelligen Hilfeangebot für Rat und Hilfe suchende Eltern und Erziehende entwickelt.

„Insbesondere während des coronabedingten Lockdowns hat sich die Wichtigkeit dieses Angebots deutlich gezeigt. Allein bei uns in Köln haben die Beratungen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um fast 100 Prozent zugenommen“, so Hans-Jürgen Dohmen, Leiter des Bereichs Ehrenamt im Kinderschutzbundes Köln. Diese Steigerung war auch möglich, weil die Beratungszeiten bundesweit ausgebaut wurden.

Unter der bundesweit kostenfreien Nummer 0800 111 0 550 finden Eltern und andere Erziehungsverantwortliche aktuell montags bis freitags von 9:00 bis 17:00 Uhr, dienstags und donnerstags bis 19:00 Uhr ein qualifiziertes Gesprächsangebot zu ihren Fragen und Sorgen um ihr Kind. In den zurückliegenden 20 Jahren gingen über die Nummer des Elterntelefons allein in Köln ca. 30.000 Anrufe ein.

Hilfe zur Selbsthilfe

In den vertraulich geführten Gesprächen geht es den Anrufenden meist um die Klärung von konkreten Problemen, oder das Gespräch soll eine emotionale Entlastung ermöglichen. „Beim Elterntelefon melden sich viele Eltern, die in der Erziehung unsicher sind und sich mit ihren Problemen allein gelassen fühlen“, berichtet Brigitte D, langjährige Beraterin am Elterntelefon Köln.

Die Berater*innen haben ein offenes Ohr und hören aufmerksam zu. „Viele Anrufer*innen sind glücklich, dass wir ihnen die Zeit schenken und sie mit ihren Problemen ernst nehmen“ weiß Lisbeth P, die seit vielen Jahren am Elterntelefon Köln berät, „sie melden uns zum Ende des Gesprächs zurück, dass sie dies bereits als große Entlastung erleben“. Manchmal gelingt es, gemeinsam mit den Eltern, Lösungswege zu entwickeln oder die Berater*innen informieren auf Wunsch über weiterführende Angebote und Einrichtungen in Wohnortnähe.

Breites Themenspektrum

Die Bandbreite der am Elterntelefon formulierten Probleme ist vielfältig. Häufig geht es um konflikt­reiche Alltagssituationen in der Familie, im Kindergarten, in Schule oder Ausbildung sowie um Auseinandersetzungen nach einer Trennung oder Scheidung. Daneben nehmen auch soziale Probleme, besondere Auffälligkeiten der Kinder und Jugend­lichen und Gewalt unter Kindern aber auch in der eigenen Familie einen breiten Raum ein. Unsicherheiten und Ärger im Umgang mit Ämtern, Behörden und gesetzlichen Regelungen sind ebenso häufig geschilderte Konfliktsituationen. In den vergangenen Jahren sind darüber hinaus zunehmend die Themen Medienkonsum und Schwierigkeiten im Umgang mit sozialen Netzwerken ins Blickfeld gerückt.

Sorgfältige Auswahl, Schulung und Begleitung der Ehrenamtlichen

Vor den Einsätzen am Telefon erhalten die Ehrenamtlichen eine umfassende Ausbildung. Sie werden über einen Zeitraum von über einem halben Jahr auf ihre anspruchsvolle Tätigkeit intensiv vorbereitet. Regelmäßige Fortbildungen, Supervision und fachliche Begleitung unterstützen die Berater*innen dann bei ihrem weiteren Einsatz.

Aktuell nehmen in Köln 10 Ehrenamtliche die eingehenden Anrufe an. Weitere zwei Ehrenamtliche befinden sich aktuell in einer „Babypause“. Aus der aktuelle Ausbildungsgruppe werden Anfang nächsten Jahres neue Berater*innen die Gruppe verstärken.

Die hohe Zufriedenheit der Ehrenamtlichen am Elterntelefon lässt sich an der langen Tätigkeit ablesen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen verpflichten sich für mindestens zwei Jahre – viele bleiben aber deutlich länger, einige sind seit Beginn des Angebots dabei.
„Wenn sich eine überforderte Mutter, die mit zwei Kindern im Homeschooling ist und nicht mehr weiß, wo ihr der Kopf steht, während unseres Gespräches etwas entlastet fühlt, dann weiß ich, wie wichtig unser Angebot ist.“, beschreibt eine ehrenamtliche Beraterin die Gespräche in diesen besonderen, oft schwierigen Zeiten.

Finanzierung

Bei ehrenamtlichen Projekten mit dieser Zielrichtung entstehen immer auch Kosten. So müssen z. B. die Einsätze der Ehrenamtlichen koordiniert, Teamsitzungen geleitet und die Aus- und Fortbildung sowie Supervision durchgeführt werden. „Wir setzen für die Finanzierung des Elterntelefons Spendenmittel in Höhe von knapp 10.000 Euro pro Jahr ein“, erläutert Lars Hüttler, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes in Köln. „Es ist uns ein großes Anliegen, diese wichtige Hilfe für Eltern dauerhaft aufrecht zu halten.“

Weitere Infos unter www.kinderschutzbund-koeln.de

Bundesweites Netzwerk Elterntelefone der „Nummer gegen Kummer“

Das Kölner Elterntelefon ist ein Beratungsangebot des Kinderschutzbundes Köln in Zusammenarbeit mit „Nummer gegen Kummer e.V. – Mitglied im Deutschen Kinderschutzbund“. Es gehört zu einem Netzwerk von aktuell 37 Elterntelefon-Standorten in Deutschland, die aus dem Festnetz und über Mobilfunk einheitlich unter der kostenfreien Nummer zu erreichen sind. Nummer gegen Kummer e.V. koordiniert als Dachverband das Netzwerk der Elterntelefon-Standorte und der Kinder- und Jugendtelefon-Standorte, entwickelt einheitliche Qualitätsstandards und betreibt bundesweite Werbung und Öffentlichkeitsarbeit.

Weitere Infos dazu auf beigefügtem Info der Nummer gegen Kummer e.V. und unter www.nummergegenkummer.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text – und Bildquelle: Kinderschutzbund/ Kinderschutz-Zentrum Köln