Per Klick zum neuen Job

Per Klick zum neuen Job

Wie komme ich am schnellsten an einen Job? Diese Frage stellt sich wohl vielen Jugendlichen, aber nicht immer kann sie erfolgreich beantwortet werden. Bersa Shazimani, Celina Götte und Ena Lejla Krekic vom Frechener Gymnasium haben das Problem erkannt und nach einer Lösung gesucht. Mit ihrer Job-Vermittlungs-App „JuniorJob“ haben sie es in der Kategorie „Services & Platforms“ ins Finale des bundesweiten Business-Wettbewerbs „Startup Teens“ geschafft.

Startup Teens ist eine 2015 gegründete Non-Profit-Organisation, die jungen Menschen dabei hilft, ihre Ideen zu verwirklichen. „Viele Jugendliche würden gerne gründen, wissen aber noch nicht, wie“, erklärt Mitgründer und Geschäftsführer Hauke Schwiezer das Problem. Um hier nachzuhelfen, veranstaltet Startup Teens unter anderem jährlich einen deutschlandweiten Businessplan-Wettbewerb. In sieben Kategorien können 14- bis 19-jährige Schüler*innen teilnehmen, die ihre Idee in einem Businessplan umsetzen. Drei Teams aus jeder Kategorie kommen ins Finale nach Berlin, das in diesem Jahr am 18. Juni stattfindet und in dem pro Kategorie 10.000 Euro Preisgeld für die Gewinner ausgegeben werden.

Die Chance auf diesen Preis haben auch die drei Frechener Schülerinnen. Aber was hat ihnen den Erfolg verschafft? „Wir haben eine Plattform für Jugendliche entwickelt, die Jobs, Praktika und Ehrenämter vermittelt“, erklärt Bersa Shazimani. Ähnlich wie bei Dating-Apps, so veranschaulicht es die 18-Jährige, können Nutzer auf ein Angebot klicken, das ihnen gefällt. Über die App können sie sich bewerben und persönliche Informationen zuschicken. Ist der Arbeitgeber überzeugt, kann er über die Chatfunktion mit dem Bewerber in Kontakt treten. Noch ist die App nicht zum Download verfügbar, aber das soll sich in naher Zukunft ändern.

Der Grundstein der Idee wurde vor vier Jahren gelegt. Mit 13, berichtet Celina Götte, hat sie einen Nebenjob gesucht. „Aber das hat fast nie geklappt“, sagt die Schülerin. „Die Herausforderungen bei der Jobsuche sind vielfältig. Nicht immer passen Berufswunsch und die individuellen Stärken und Schwächen zueinander“, sagt auch Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl. Auf eine Arbeitsstelle für Menschen ohne Qualifizierung kommen heute 15 Bewerber, aber nur einer von ihnen kann sich durchsetzen. Celina Götte und ihre Freundinnen wollten etwas dagegen tun – und programmierten „JuniorJob“.

„Zu Beginn standen wir noch etwas auf dem Schlauch“, erinnert sich Bersa Shazimani mit Blick auf fehlende wirtschaftliche und technische Erfahrung. Über die Teilnahme am Wettbewerb „business@school“, der Startup Teens ähnelt, konnten sie erste Fortschritte erzielen. „Das war ein riesiger Prozess, aber die Wettbewerbe haben uns motiviert“, sagt Celina Götte. Wichtig ist für sie das Durchhaltevermögen: „Aufgeben ist das größte Risiko“, so die 17-Jährige. Aufgegeben haben sie nie – und so konnten sie schließlich auch bei Startup Teens das Finale erreichen.

Das Erfolgspotenzial ihrer App ist groß: 240 000 arbeitslose Menschen zwischen 15 und 25 Jahren gab es im November 2020 in Deutschland. Angesprochen auf „JuniorJob“ gibt Rainer Imkamp allerdings zu bedenken: „Eine Jobbörse bringt auch große Verantwortung mit sich, zum Beispiel bei den Themen Datenschutz und -sicherheit.“ Der sensible Umgang mit persönlichen Daten sei immer wichtig für die Nutzer. Dennoch: „Dass sich junge Menschen mit dem Thema Arbeitsvermittlung befassen, ist toll.“ Jobs, Praktika oder Ehrenämter seien eine gute Voraussetzung für die Bewerbung auf spätere Ausbildungsplätze.

Die drei Schülerinnen planen, ihre App weiterzuentwickeln und Kontakte zu Arbeitgebern herzustellen. Immer im Blick haben sie natürlich Startup Teens. Drei Schülerinnen, die eine eigene, professionelle App programmieren. Klingt zunächst utopisch. Doch Bersa Shazimani, Celina Götte und Ena Lejla Krekic aus Frechen haben bewiesen, dass es möglich ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Konrad Schröter, Fotocredit:  Jeff Sidney Jamel Gnade

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sie erklären sich mit der Speicherung und Veröffentlichung der eingegebenen Daten bis zur vollständigen Löschung des Kommentars einverstanden. Der verfasste Kommentar erscheint nicht sofort, sondern erst nach Prüfung und Freigabe durch einen Administrator. Die Einwilligung kann jederzeit z. B. formlos per E-Mail widerrufen werden. Kontakt & Details siehe Datenschutzerklärung

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung