Von Nagellacken und der Börse

Von Nagellacken und der Börse

Es ist der große Wunsch, den eigentlich jeder Mensch hat. Mit dem richtigen Gespür und dem richtigen Timing, in genau der richtigen Minute die korrekte Entscheidung treffen. Das heißt, in der kürzesten Zeit Gewinnmaximierung erwirtschaften. Das kennt man so nur vom Lotto – oder vom Aktienhandel. Dieser Artikel wird sich nicht mit dem Thema „Lotto“ beschäftigen.

Der Markt regelt das.

Im ersten Moment scheint diese Überlegung vollkommen nachvollziehbar zu sein. Nehmen wir ein Beispiel. Man hat in den Nachrichten mitbekommen, dass Amira Pocher eine neue Nagellackkollektion herausbringt (KNJ berichtete). Mit diesem Produkt ist es wie mit allen anderen auch: An und für sich genommen ist es cool, dass sie da sind und es wird Menschen geben, die diesen Artikel kaufen. Nun kann der Nagellack das Zeug zum Bestseller haben, wenn die Qualität richtig gut ist – das bedeutet: Die Nachfrage steigt. Und jetzt kommen Marktmechanismen zum Einsatz. Auf einmal sind Leute bereit, mehr zu bezahlen, als das, was normalerweise aufgerufen würde. Ein schönes Beispiel hierfür konnten wir auch letztes Weihnachten erleben, als die neueste Spielkonsole so vergriffen war, dass selbst die Verpackung oder einfache Bilder zu horrenden Preisen verkauft wurden.

Wenn da jemand investiert hätte, er wäre reich geworden. Wie auch beim Beispiel der Nagellackkollektion. Das mag man nicht richtig finden und menschlich muss man da zustimmen. Aber rein betriebswirtschaftlich gesehen ist dies vollkommen nachvollziehbar. Billig einkaufen – teuer verkaufen. So funktioniert der Markt. Billig einkaufen – teuer verkaufen, entsprechend einfach kann auch Trading sein. So ist es möglich, unter der Woche einen normalen Job zu haben und an Wochenenden traden zu können.

Risiken des Aktienhandels

Freilich ist beim Handel mit Aktien immer wieder auf die Risiken hinzuweisen. Sicherlich – die Vorteile sind da und liegen auf der Hand. Es ist möglich, innerhalb eines ganz geringen Zeitraumes ein Vermögen anzusammeln, das man sie nie im Leben hätte träumen lassen. Und man bleibt dran, denn die Aktie steigt und steigt und… Na ja, dann kommt allerdings der Teil, den man gerne ausblendet. Auf jeden Gipfel, muss zwangsläufig ein Abstieg und eine Talsohle kommen, denn ewiges Wachstum gibt es nicht. Klar, man könnte sich jetzt die Frage stellen, warum Aktienkurse fallen.

Eine Begründung hierfür wäre, dass zu viele Menschen diese Aktie gekauft haben und sie nun loswerden möchten. Wir erinnern uns an den Nagellack von Frau Pocher? Hier kann dasselbe Problem auftreten, wenn man vor hat in ihn zu investieren. Wenn wenige Lackflaschen vorhanden sind, steigt der Preis, gibt es viele Lackflaschen, sinkt er. Dann bekommt man nicht einmal mehr für die inzwischen leeren Behältnisse Geld. Eine andere Möglichkeit, warum der Preis eines Produktes fällt, kann im Image desselben begründet liegen. Nehmen wir einmal an, man hat einen neuen Tee entwickelt. Die Bestandteile sind Wasser und reinste Bioprodukte. Anfangs läuft der Verkauf etwas schleppend, aber dann wird ein bekannter Prominenter bei der Verkostung des Produktes gesichtet und befragt. Der Prominente sagt, was ihm gerade durch den Kopf geht.

Und jetzt kann sich die Situation in zwei Richtungen entwickeln. Entweder, nämlich dann, wenn der Prominente voll des Lobes über das Produkt spricht, wird der Tee zu einem In-Getränk und viele Leute wollen ihn haben. Es kann auch sein, dass der Prominente vom Produkt so überhaupt nicht begeistert war und sich mehr oder weniger wortreich und mit einer gehörigen Portion Sarkasmus über das Getränk äußert. Danach kann man eventuell nur noch bei jenen Punkten, die den Prominenten von Anfang an nicht mochten. Aber selbst, wenn der Prominente mit dem Produkt voll und ganz einverstanden ist – es dauert nicht lange, bis irgendjemand, der den Prominenten nicht mag, beginnt, das Produkt mies zu machen. Diese Person könnte zum Beispiel „herausfinden“ – sprich: lügen – dass die Zutaten doch nicht so gut sind, wie man immer behauptet hat. Wobei wir fair sein müssen – es kann tatsächlich sein, dass die Zutaten nicht der gedachten Qualität entsprächen. Aber egal, ob es jetzt gelogen ist, oder der Wahrheit entspricht: Dies wird natürlich mitgeteilt und schon sinkt der Wert des Produktes. So ähnlich kann man sich auch den Aktienhandel vorstellen, wie etwas gehyped oder verteufelt werden kann.

Fazit

Es ist das alte Problem: Wie macht man schnell Geld? Natürlich – im Zweifelsfall – durch harte Arbeit. Und dennoch sollte man aufpassen, selbst, wenn man das Geld nicht an der Börse erspekuliert hat: Eine Inflation kann schneller kommen, als einem lieb ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: News Factory, Archivbilder/Pexels

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